wirtschaft eine Errungenschaft der Neuzeit. ! .
hatte. Ein neuer Abschnitt beginnt in England mit der Mitte
des 18. Jahrhunderts: ein erbitterter Kampf zwischen Getreideproduzenten
und der industriellen Bevölkerung. Die Getreideproduzenten
suchen Kornzölle durchzusetzen oder aufrechtzuerhalten.
In der Mitte des 19. Jahrhanderts wird der Kampf
gegen die Produzenten entschieden.
In Spanien beantragten 1632 die Cortes ein Verbot der
Korneinfuhr, um der Landwirtschaft den inneren Markt zu sichern.
Aber diese Bestrebungen ließen sich nicht durchführen: das überseeische
Getreide war nicht zu entbehren.
In den Generalstaaten war das Zollwessen sehr entwickelt:
es bestanden für Getreide sowohl Ausfuhr- wie Einfuhrzölle.
Die Ausfuhrzölle wurden aber viel höher als die Einfuhrzölle
bemessen; diese waren nur geringe Finanzzölle. In der zweiten
Hälfte des 17. Jahrhunderts verlangte die Provinz Seeland,
die unter den holländischen Provinzen am meisten Getreide.
baute, eine Verdoppelung der Einfuhrzölle und eine Herabsetzung
der Ausfuhrzölle. Die anderen Provinzen widerssprachen
dieser Forderung. Seeland jedoch führte dann für sich eine
Erhöhung des Einfuhrzolles ein.
In den deutschen Territorien geht der Kampf zwischen Stadt
und Land zunächst in der alten Art weiter. Die Ritterschaft
klagt wohl über zu niedrige Getreidepreise, bei denen die Landwirtschaft
nicht bestehen könne. Aber ihre Klagen haben nicht
in erster Linie eine Verschlechterung der Preise durch Getreideeinfuhr
zum Gegenstand; sie klagt vornehmlich die Städte an,
die das platte Land beherrschen wollen. Demgemäß verlangt
sie nicht sowohl einen Einfuhrzoll als vielmehr die Erlaubnis
der freien Ausfuhr von Getreide. Gelegentlich fordert sie dann
freilich auch eine Beschränkung der Einfuhr. Wie die Regierung
indessen bei den durch solche Wünsche hervorgerufenen Maßnahmen
den sstädtischen Interessen Rechnung trug, mag an einem
Vorgang aus der Geschichte Pommerns erläutert werden!).
1) H. Rachel, Die Handels-, Zoll- und Accisepolitik Brandenburg-Pttvhens
h; 1715 (Acta Borussica, Handels-, Zoll- und Accisepolitik.
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