I. Das kurze Leben einer viel genannten Theorie. 1:1
either in fact united by blool relationship. or believing or
assuming that they are so united, is now entitled to take
rank as an ascertained primitive phenomenon.
In dem zweiten Werk ist Maine schon beeinflußt durch den
Belgier Emile de Laveleye, durch dessen Buch Dela propriété et de
ses formes primitives (1874). Dieses istuns Deutschen geläufig in
der deutschen vervollständigten Ausgabe unseres Nationalöko-
nomen Karl Bücher: „Das Ureigentum“ (1879). Der Titel der
Laveleye-Bücherschen Schrift kündet bereits ihr Programm deut-
lich an. Hier wird aus allen Teilen der Erde zahlreiches Material
zusammengebracht: die gleiche Einrichtung findet der Verfasser
bei den Germanen und im alten Italien, in Peru und in China,
in Mexiko und in Indien, bei den Skandinaviern und bei den
Arabern, und zwar, wie uns gesagt wird, „genau in derselben
Form“. Es ist die reichhaltigste Sammlung von Beispielen
der Existenz von Gemeineigentum am Alckerlande, -die wir be-
sißzen!)). Und aus diesen Beispielen zieht der Verfasser das
Fazit: „Wenn man so diese Einrichtung unter allen Himmels-
strichen und bei allen Rassen wiederfindet, so kann man darin
eine notwendige Entwicklungsphase der Gesellschast und eine
Art von Universsalgesetz erblicken, welches in der Bewegung der
Grundeigentumsformen vorwaltet."
Seit der Schrift von Laveleye-Bücher wurde die Anschauung,
daß das Gemeineigentum am Ackerlande ein notwendiges
Durchgangsstadium bei allen Völkern, Ureigentum sei, auf
längere Zeit ziemlich allgemein herrschend. Auch bei den vor-
sichtigsten, solidesten, scharfsinnigsten Forschern fand sie Eingang.
Als z. B. Brunner im Jahre 1887 den ersten Band seiner „Deut-
schen Rechtsgeschichte“ veröffentlichte, hob er bei der Erörterung
der agrarischen Verhältnisse der alten Germanen hervor: ,Die
vergleichende Rechtswissenschaft stellt das genossenschaftliche
Grundeigentum als eine urgeschichtliche Institution von allge-
1) Wir wollen deshalb auch nicht unterlassen hervorzuheben,
daß dieses Buch, wie man sich immer zu seiner eigentlichen These
stellen mag, durch den Reichtum sseines Inhalts jedenfalls verdienst-
lich bleibt, besonders in Büchers Bearbeitung.