Full text: Probleme der Wirtschaftsgeschichte

IX. Die älteste deutsche Steuer. ; 
in Oberdeutschland sehr verbreitete Bezeichnung; nach Nieder- 
deutschland ist das Wort erst seit dem späten Mittelalter, nament- 
lich durch die über das ganze Reich verbreiteten amtlichen Aus- 
schreiben über die vom Reichstag bewilligten Steuern, gebracht 
morden. Bede ist die in Niederdeutschland gebräuchlichste Be- 
nennung; aber es fehlen auch nicht entsprechende oberdeutsche 
dialektische Formen (Bitte, Bete, beet, bät). Der Sieg der 
niederdeutschen Form in der Literatur erklärt sich aus dem 
größern Eifer, mit dem, wenigstens in frühern Jahrzehnten, 
die Verhältnisse norddeutscher Territorien erforscht worden 
sind'). Einen Blick in die Art der Erhebung gewährt sofort eine 
an der deutschen Westgrenze verbreitete Bezeichnung: tallia 
(von dem mittellateinischen talliare schneiden), incisura. in- 
d. Gesch. des Oberrheins, N. F. Bd. 13. ~ P. Schweizer, Gesch. 
der Habsburgischen Vogtsteuern, Jahrbuch f. Schweizer Gesch. Bd. 8 
(1883), S. 135 ff. – H. Sonnenkalb, Die Steuer im Fürstbistum 
Lüneburg während des Mittelalters, Kieler Diss. v. 1908. ~ H. Rit- 
ter v. Srbik, Die Beziehungen von Staat und Kirche in Österreich 
während des Mittelalters. 1904. – Sterzenbach, Das Steuer- 
wesen des Siegerlandes im Mittelalter, Münstersche Diss. v. 1910 
(dazu Thölke S. 95). ~ Thölke, Die Bede in Kurpfalz bis ins 16. 
Jahrh., Freiburger Diss. v. 1912 (vollständig in: Neue Heidelberger 
Jahrbücher 17 (1912), S. 85ff.). – Ad. Wagner, Finanzwissen- 
schaft, 2. Aufl., 3. Bd., S. 73 ff. (über die Benennungen der Bede 
(incisura usw.) s. S.77). ~ H. Weis, Die ordentlichen direkten Staats- 
steuern von Kurtrier im Mittelalter, Münstersche Diss. v. 1893. ~ 
K. Zeumer, Die deutsche Städtesteuern im 12. u. 13. Jahrh. 1878. 
Ders., Zur Gesch. der Reichssteuern im frühern MA., H. Z. 81, S.24 ff. 
S. auch die Literatur bei R. Schröder, Lehrbuch der deutschen Rechts- 
geschichte, 5. Aufl. g 48, S. 553f. und ß 50, S. 626 ff. und Al. Meister, 
Verfassungsgesch. S. 120 Anm. 2. Während des Drucks der vor- 
liegenden Arbeit ist erschienen, konnte aber noch nicht verwendet 
werden: Ad. Waas, Vogtei und Bede in der deutschen Kaiserzeit, 
1. Teil (Arbeiten zur deutschen Rechts- und Verfassungsgessch., hera. 
v. Joh. Haller u. a., 1. Heft 1919). Auf die Wichtigkeit der Bede ist 
schon oben S. 53, S. 469 f., S. 612 A. 1 hingewiesen worden. Vgl. noch 
Vischr. . f. Soz.. u. WG. 1911, S. 268: 1912, S. 550 ff.; 1915, 
S. 288: H. Z. 116. 368. 
1) Bgl. H. Z. 109, S. 605 ff. 
v. Bel ow, Wirtschastsgesschichte 2. Ausl 
:: 
4()
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.