Die Gründung des Bundes für Bodcenberitzreform.
DÖlürscheim hatte im März 1888 in seiner Zeitschrift
F eine Aufforderung zur Gründung eines Vereins zur
Förderung der Bodenreform erlassen. Die Zahl der
Abonnenten hatte sich inzwischen ansehnlich vermehrt.
Sein Vorschlag ging dahin, dem Verein den Namen
„Verein für Bessitzreform“ zu geben. Der Verein sollte
gebildet werden, wenn hundert Beitritterklärungen eingelaufen
waren. Die Gründung hat am 16. September
1888 mit 118 Mitgliedern im Saale des Wintergartens
in Frankfurt a. M. stattgefunden. Den Vorsitz in der
Versammlung hatte Professor Dr. Ludwig Büchner,
der bekannte Verfasser von „Kraft und Stoff“, übernommen,
der darauf hingewiesen hat, daß er schon vor langen
Jahren die Notwendigkeit der Übertragung des
Grund und Bodens an die Allgemeinheit verlangt hatte.
Ein Zufall hatte es gefügt, daß die Versammlung in dem
gleichem Saale stattfand, in dem vor vielen Jahren Ferdinand
Lassalle auch unter Vorsitz des Professors Büchner
die Verssammlung abgehalten hatte, von der die sozialdemokratische
Bewegung in Deutschland ihren Ausgang
genommen hat.
Als Name des neuen Vereins wurde unter zwanzig
vorgeschlagenen Benennungen der Name „Bund für Bodenbesitzreform“
gewählt. Der Rittergutbesitzer und Regierungrat
a. D. v. Selchow-Rudnik hatte vorgeschlagen,
dem Verein den Namen „Bund für deutsches Recht“ zu
geben*). Er hatte ausgeführt, daß das deutsche Recht ein
Arbeitrecht für alle sei und deshalb keinen Kapitalismus
kenne. Die Vorsehung habe den Deutschen als einzigen
vor der römischen Weltverknechtung bewahrt. Die Verstaatlichung
des Grund und Bodens sei die Wiederherstellung
des deutschen Rechts für das Völkerleben. Daß
») Deutsch Land 1888 S. 78.
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