Enttäuschungen zu erwarten hätten. Wir sollten ein
V ork au fr e ch t des Staates und der Gemeinden zu im
voraus festgesetzten Preisen verlangen, wie er es schon
vor 12 oder 13 Jahren vorgeschlagen habe (Deutsche
Volksstimme 1899, Nr. 16).
'I ber die Erfolge der Waren- oder Tauschbanken in
!; ! Gr haben wir von ihm nichts mehr gehört.
Die Warenbank in Harxheim ist bald in Konkurs geraten
und die auf anderer Grundlage errichteten Tauschbanken
in Neuseeland scheinen auch kein gutes Ende genommen
zu haben. Flürscheim hat sich über ihr Schicksal
ausgeschwiegen. Er ist fünf Jahre in Neuseeland geblieben
und hat sich dann einige Zeit in Coronado in Kalifornien
aufgehalten. Er hatte uns von dort im Juni
1911 nochmals seine Ansichten über den Bund deutscher
Bodenreformer auseinandergessetzt. Er hat dabei auf sein
letztes Buch bezug genommen, mit dem wir uns noch beschäftigen
müssen.
In seinem Brief hat Flürscheim die Leistungen der
Bundesleitung bewunderungwert gefunden. Er hat aber
gemeint, daß bei uns das Endziel zu sehr hinter den Tagesfragen
zurückgetreten sei. Es handele sich bei uns
immer noch um wertvolle Reformbestrebungen aber nicht
mehr um die Lösung der großen sozialen Frage: woher
es komme, daß arbeitfähige und arbeitwillige Menschen
um so weniger imstande seien, im gegenseitigem freiem
Austausch ihre Bedürfnisse zu befriedigen, je leichter dies
infolge des industriellen Fortschrittes werden sollte. Oder
wie wir es auch ausdrücken könnten: warum bleibe die
Güterproduktion immer mehr hinter der Produktivkraft
zurück, warum werde der Abgrund zwischen beiden immer
tiefer mit jedem Fortschritt in genannter Produktivkraft?
Es sei die große Frage, die in anderen Worten von Henry
George gestellt worden sei: das Ziel, das sich der wahre
8 Freese, Bodenreform
113