Bodenreformer stellen müsse. Nur wenn der Bund die
große Grundfrage der Rück g ewi n n ung d e s Erd-
bo d ens au s d er Hand d es M on o pols in
die d es arbeitend en V olk e s wieder mehr in
den Vordergrund treten lasse, werde er für eine wahre
Sozialreform wirken können.*)
Not aus Überfluß.
I]" letzte Werk Flürscheims führt den Titel: „Not
aus überfluß.“ Es ist im Jahr 1909 von ihm in
Kalifornien verfaßt worden und ist in englischer und
deutscher Sprache erschienen.**) Wie er im Vorwort sagt,
hat acht Tage nachdem er den letzten Federsstrich an bei-
den Werken getan hatte, ein Hirnschlag seiner Wirksam-
keit ein Ende gemacht. Was er noch an Kleinigkeiten
liefern sollte, wie dieses Vorwort, werde voraussichtlich
die ihm gewährte Galgenfrisst verkürzen. Das Buch ist
das reifste und beste, das Flürscheim geschrieben hat. Jm
Vorwort hat Flürscheim erzählt, wie er anfangs der acht-
ziger Jahre durch Dr. Stamm auf die Bedeutung der
Bodenfrage und auf Henry Georges „Fortschritt und
Armut“ aufmerksam gemacht worden sei. Dann hat er
das entstehen seiner Bücher und seine Meinungpverschie-
denheiten mit George geschildert. Von der Zinsfrage
sagt er, sie sei die verhängnisvollsste Differenz, die ihn
von Henry George getrennt habe, aber sie sei nicht die
einzige gewesen. George habe sich in merkwürdiger Weise
eigensinnig an ein Prinzip festgeklammert, wo Flürscheim
Opportunisst war und habe sich zum Opportunismus be-
kannt, wo Flürscheim starr am Prinzip festgehalten habe:
„In der Entschädigungfrage (der Grundbesitzer) war mit
George nicht zu sprechen. Gestohlenes Gut muß nach ihm zu-
+) Uciuri g09. Cr Grag Preis geb. M. 3,50.
114