worden. Miquel hatte gemeint, daß eine Rückkehr zu
früheren Verhältnissen vielleicht möglich sei. Das sei
aber vorläufig Zukunftmusik. Er habe in Frankfurt a.
M. den Versuch gemacht, städtische Grundstücke nicht wie
bisher zu verkaufen, sondern in 99 jähriger Pacht zu vergeben.
Er habe aber keine Abnehmer gefunden. Wenn
er die Grundstücke wie sein Kollege in Ulm billig verkauft,
sich aber das Rückkaufrecht vorbehalten hätte, wäre
das Ergebnis gewiß günstiger gewesen. Miquel sagte,
es sei zweifellos, daß die Wertsteigerung der städtischen
Grundöstücke von Rechts wegen der Gemeinde zustände, die
diese durch ihre Meliorationen und den Bevölkerungzuwachs
schaffe. Man werde dem durch eine Wertsteigerungsteuer
Rechnung tragen können. Die Wertsteigerung
sei übrigens in Frankfurt a. M. nicht allgemein. In
einzelnen Bezirken sinke der Wert stetig.
Über eine Eingabe der Land-Liga, die in den Provinzen
Posen und Westpreußen errichteten Ansiedelungen
nicht auf immer zu verkaufen, damit die Wertsteigerung
dem Staate zufließen und die Güter nicht wieder in polnische
Hände fallen könnten, äußerte sich Dr. Miquel dahin,
daß sie insoweit erfüllt worden sei, daß kein Verkauf
und kein zusammenlegen ohne Erlaubnis des Staates
stattfinden könne. Diese Erlaubnis ist leider gar zu oft
erteilt und zu Profitverkäufen mißbraucht worden. An
Gründen pflegt es den Verkäufern nicht zu fehlen. Miquel
hatte schließlich geäußert, daß er von der Bodenreform
Bewegung Kenntnis nehme, daß aber wenig Aussicht
vorhanden sei, daß die Agitation der ungeheuren
Macht des Kapitalismus gegenüber etwas ausrichten
werde. Es bleibe nur übrig abzuwarten, welche Formen
das Eigentum an Grund und Boden noch annehmen
werde.*)
DT F Fäf§ritt Frei Land 1890 Nr. 13.
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