und dem Belieben des einzelnen gegenüber die Gesamt-
interessen zu stellen, wenn das sogar auf dem Gebiete des
mobilen Kapitals richtig sei, um wieviel mehr beim
Grundbesit. Der Grundbesitz sei ein Teil des Staats-
ganzen, habe eine ganz andere Bedeutung für die soziale
und politische Entwickelung der Gesellschaft und des Staa-
tes wie das mobile Kapital, und der Grundöfehler sei
wohl der gewesen, das nicht genügend in unserer Gesetz-
gebung beachtet zu haben.
In einem Briefe, den er an den ehemaligen österrei-
chischen Minister Dr. v, Schäffle gerichtet hatte, und den
dieser im Jahre 1904 veröffentlicht hat, war das wichtige
Wort enthalten, daß ein in vielen Richtungen b e -
s <r än k t e s Eigentum allein das Eigentum retten
könne.*) Ich darf wohl sagen, daß es wenige hohe Staat3-
beamte gegeben hat, die dem Gedankenkreise der Boden-
reformer so nahe gestanden haben wie dieser bedeutende
Mann. Johannes v. Miquel ist leider nur wenige Jahre
in seiner hohen Stellung geblieben. Das was er in diefer
kurzen Zeit geschaffen hat, wird aber seinem Namen dau-
ernd einen Plat; in der Geschichte Preußens sichern.
Im Kampk gegen Monopole.
(Fin altes Mitglied des Bundes, der Apotheker Adolf
G a ul, hatte wiederholt die Aufmerksamkeit des
Vorstandes auf eine andere Angelegenheit gelenkt. Es
war der Handel, der mit den verkäuflichen Ap o th e k e r
Konz ess i onen getrieben wurde. Flürscheim hatte
schon im Jahr 1887 in seinem Blatt (,„Deutsch Land“
1887 S. 42) auf diese ungesunden Verhältnisse aufmerk-
sam gemacht und hatte die Verpachtung der Apotheken
durch den Staat vorgeschlagen, und vor ihm hatte Adolph
Wagner im Jahre 1879 in der zweiten Auflage seiner
j *) v. Sch äff le, Dr.: Aus meinem Leben. Berlin 1904.
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