Full text: Nationale Bodenreform

Grundlegung (S. 321) auf die Bedeutung der Einrichtung 
der Apotheken als öffentliche Anstalten hingewiesen. 
Gaul brachte am 24. August 1890 in unserer Zeit- 
schrift einen Aufsatz über diese Frage und gab damit 
Veranlassung zu einer Eingabe, die ich namens des Vor- 
standes am 25. Oktober 1890 an den Berliner Magistrat 
gerichtet habe. Jn dieser Eingabe ist der Magistrat er- 
sucht worden, bei der Königlichen Staatsregierung 
Schritte zu tun, um bei den in Zukunft in Berlin zu er- 
richtenden Apotheken, deren übergang in den Besitz der 
Stadtgemeinde herbeizuführen. Es ist dabei auf 
das gleichartige vorgehen der Behörden in anderen Bun- 
desstaaten bezug genommen worden. 
Als Gaul am 21. Oktober 1890 in einer von uns ver- 
anstalteten öffentlichen Versammlung einen Vortrag da- 
rüber hielt, hatte es bei der Abstimmung über unsere 
Eingabe eine kleine überraschung gegeben. Die Apothe- 
ker waren in der Versammlung so zahlreich erschienen, 
daß sie die Mehrheit hatten und den Vorschlag ablehnten. 
Zur Sache hatte keiner von ihnen das Wort genommen. 
Die Eingabe ist natürlich trotzdem abgeschickt worden. 
Die Antwort, die wir vom Magistrat am 31. Januar 
1891 erhalten haben, ging leider dahin, daß er in Rücksicht 
auf die jetzige Lage der Gesetzgebung und in Anbetracht 
des Umstandes, daß die Angelegenheit in gesetzgeberischen 
Körperschaften gegenwärtig beraten werde, ablehnen 
müsse, der Sache vorläufig näherzutreten. Das ist leider 
auch später nicht geschehen. Die Volkszeitung meinte 
zu diesem Bescheide spöttisch: ob der Herr Bürgermeister 
Duncker, der die Antwort erteilt hatte, damit wohl den 
ssozialdemokratischen Antrag auf Verstaatlichung 
der Apotheken gemeint hat? 
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