den Berliner Magistrat gerichtet worden ist, ist es nicht
besser gegangen.
Die Teltower Bauordnung wurde schon am folgendem
Tage vom Regierungpräsidenten aufgehoben. Wir hat-
ten aber durch unser rechtzeitiges auftreten in der Öffent-
lichkeit einen zweiten großen Erfolg erzielt. Leute, die
unsere Bestrebungen durchaus ablehnten, sagten mir
damals, daß die Bodenreformer in den Forderungen, die
sie in der letzten Zeit vertreten hätten, ganz im Recht ge-
wesen seien. Meine Antwort, daß man von diesen richti-
gen Einzelforderungen auch auf die Richtigkeit der
Grundsätze schließen müsse, wollte man aber nicht gelten
lassen. Auch an amtlichen Stellen hatte man unser vor-
gehen sehr günstig aufgenommen. Ein hoher Beamter,
der mir seine Anerkennung darüber aussprach, sagte mir
damals: Sie wissen gar nicht, wo Sie überall Freunde
haben!
In der Hochburg des Mancherstertums.
CQun bemerkenswerter Weise kam die Wirkung unseres
LI auftretens in einer Versammlung der Volkswirt-
schaftlichen Gessellschaft in Berlin zur Geltung, die bisher
eine Hochburg des Manchestertums gewesen war. Der
Privatdozent Dr. Hugo Pr e u ß hat dort am 30. Januar
1892 im Römischem Hof einen Vortrag über die Boden-
besitzreform gehalten. Er hat die Entwickelung der letzten
hundert Jahre als ein ringen aus der Gebundenheit zur
Freiheit geschildert. Neben diesem streben habe sich ein
entgegengesetztes geltend gemacht, dessen Vertreter be-
haupteten, daß über dem wirtschaftlichen Aufschwung, der
unleugbar sei, das Wohl von Millionen arbeitender
Menschen vergessen worden sei. In der Mitte zwischen
ihnen und den Vertretern der heutigen Wirtschaftord-
nung ständen die Bodenbessitreformer, die für den Im-
mobilienbesitz Gebundenheit, für den Mobiliarbessitz die
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