Full text: Nationale Bodenreform

bisherige Ungebundenheit fortbestehen lassen wollten. 
Henry George wollte nur die Grundrente beseitigen, 
Flürscheim, der vornehmste Vertreter seiner Ideen in 
Deutschland, auch den Kapitalzins. Flürscheims Stand- 
punkt müsse notwendigerweise zum Sozialismus führen. 
Nach dem Vortrage habe ich als Gast das Wort er- 
beten, um zu sagen, daß man mit theoretischen Einwän- 
den nicht die Tatsache aus der Welt schaffen könne, daß 
auf dem Gebiete des Bodeneigentums große Mißstände 
vorhanden seien. Die Mängel im großstädtischem Woh- 
nungwesen, die Not der Baugewerbetreibenden, die un- 
ter unserem Hypothekenrecht zugrunde gingen und die 
Schädigung der ländlichen Vororte durch das vordringen 
der Mietkassernen seien so offenkundig, daß Eingriffe der 
Staatsgewalt nicht mehr zu umgehen seien. Es sei auch 
unbillig, daß der Bodenwert durch Aufwendungen des 
Staates und der Gemeinden aus den Steuern erhöht und 
daß die Steuerzahler dann durch Mietsteigerungen dafür 
bestraft würden. Ebenso, daß ein einzelner großer Be- 
sitzer die Entwicklung eines ganzen Stadtteils aufhalten 
könne. Der Reichstagabgeordnete Alexander Meyer, 
Stadtsyndikus Eberty und der Vortragende, die mir ant- 
worteten, konnten diese Mißstände nicht in Abrede stellen, 
wenn sie auch die allgemeinen Folgerungen, die wir da- 
raus zogen, ablehnten. 
D Ausgang des Gefechtes muß für uns günstig ge- 
wesen sein, denn der hochfahrende Ton, in dem Dr. 
Preuß seinen Vortrag gehalten hatte, wurde in der Ver- 
handlung merklich herabgestimmt. Der Schriftsteller 
Ottomar B e ta, der gleichfalls in der Versammlung an- 
wesend war, stellte das in einem offenem Brief fest, den 
er am 6. März 1892 an mich gerichtet und in den Deutsch- 
Sozialen Blättern No. 186 S. 111 veröffentlicht hat. 
12 Freese, Vodenreform .. 
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