Full text: Nationale Bodenreform

deikommisse gebundene Landbesitz des römischen Adels 
freies Eigentum geworden war. Die fürstlichen Besitzer 
hatten sich an der Spekulation beteiligt, und das Ende 
war ein Zusammenbruch gewesen, der nicht nur die Bau- 
gewerbetreibenden, sondern auch die beteiligten Banken 
und die Vorbesitzer der Bauterrains in das Verderben 
hineingezogen hatte. Ganze Straßen waren im Rohbau 
unvollendet geblieben. Das Schicksal des Fürsten Bor- 
ghese, dessen Mobiliar damals versteigert wurde, war nur 
eins von vielen gewesen. 
OQuum gleichem Monat haben noch zwei ösfentliche Ver- 
J sammlungen stattgefunden. In der ersten hat der 
Schriftsteller Dr. Friz Sk o wr o n n e k einen Vortrag 
über die von mir besprochene Schrift von Henry George: 
„Zur Erlöüsung aus sozialer Not“ gehalten. Den zweiten 
Vortrag hielt Rudolf Eb ersta d t über „Bodenfrage 
und Kommunalreform“. Er verlangte eine änderung 
des Bebauungplanes, worin ein Unterschied zwischen den 
natürlichen Verkehrstraßen, deu alten Torstraßen und 
zahlreichen verkehrlosen, schmalen und mit weniger kost- 
spieligem Pflaster herzustellenden Wohnsstraßen gemacht 
werden müsse. Er sprach sich ferner für eine Änderung 
der Bodenpolitik der Stadtgemeinde aus. Früher habe 
die Stadt Berlin eine Politik im Sinne der Bodenrefor- 
mer verfolgt. Seit 1860 habe sich das geändert. Der 
Kämmereibesitz, der damals noch 815 Hektaren betragen 
hatte, sei bis zum Jahre 1888 auf 519 Hektaren vermin- 
dert worden. Die großen Ländereien am Urban seien 
für 400 000 Mark verkauft worden, während später für 
den viel kleineren Viktoriapark 2 Millionen Mark für 
den Bodenerwerb aufgewendet werden mußten. 
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