Koloniale Hoffnungen.
Cum August 1898 sind die ersten Berichte von Flürscheim
. aus Mexiko eingetroffen, in denen das Klima der
neuen Kolonie Libertah am Meerbusen von Topolobambo
und ihre Aussichten in den glänzendsten Farben
geschildert wurden. Er schrieb, daß das geträumte Freiland
endlich erstanden sei. Alle Elemente des Erfolges
seien gegeben. Ein Klima, wie es kaum herrlicher auf
dieser Erde zu finden sei. Eine Ackerkrume von 15 Fuß
Tiefe. Das Land koste etwa einen Dollar der Morgen.
Es gedeihe dort beinahe alles. Erfolgreiche Kolonien
hier zu gründen, sei reine Spielerei.
Der Gang der Dinge hat diese Hoffnungen nicht bestätigt.
Mit A. K. Owen ist er bald nach seiner Ankunft
in Meinungverschiedenheiten geraten. Ein Teil der Ansiedler
hat sich von Owen losgesagt und hat Flürscheim
beauftragt, eine neue Verfassung auszuarbeiten. Flürscheim
hat sie in einer kleinen Schrift, die im Jahr 1894
in Basel erschienen ist: „Modell-Gemeinwesen, orientierendes
über die Freiland Kolonie in Meriko“, beschrieben.
über die weiteren Schicksale des Unternehmens hat er
uns erst nach vielen Jahren Mitteilung gemacht.) Es
ging daraus hervor, daß der Gründer Owen, der die
Konzession von der mexikanischen Regierung erhalten
hatte, in amerikanischer Selbstlosigkeit als Gründergewinn
die Zuwachsrente bis zum Betrage von 140 Millionen
mexikanischen Dollars für sich beanspruchte! Die
Verssuche der Kolonisten, die mexikanische Regierung zum
einschreiten zu bewegen oder sich anderswo niederzulassen,
sind gescheitert, und die Ansiedler haben schließlich
ihr vorhaben aufgeben müssen. Die in der Kolonie verbliebenen
Teilnehmer sollen zuletzt durch Soldaten auseinandergetrieben
worden sein.
DJ Zeitschrift Bodenreform 1906 S. 753.
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