Full text : Nationale Bodenreform

an, ob er seine Ämter niederlegen sollte. Er hatte von
unserem Vorstandmitgliede Professor Lehmann-Hohenberg
 den Antrag erhalten, seine Stellung als städtischer
Lehrer in Berlin aufzugeben, und nach Kiel zu übersiedeln,
 um dort die Redaktion der Kieler Neuesten Nachrichten
 und der Sonntagbeilage „Deutsche Volksstimme“
zu übernehmen, deren Eigentümer Professor Lehmann-Hohenberg
 war. Gleichzeitig wurde uns der Vorschlag
gemacht, unter Aufgabe unserer eigenen Wirksamkeit
einer Vereinigung des Deutschen Bundes für Bodenbesitzreform
 mit dem Deutschem Volksbunde in Kiel, desssen
Vorsitzender Lehmann-Hohenberg war, zuzustimmen.
Der Deutsche Volksbund war von Professor Lehmann-Hohenberg
 als Vereinigung zur Förderung deutscher
Volkserziehung und friedlicher Sozialreform gegründet
worden, und zählte zu seinen Mitgliedern einige bekannte
Männer. Sein Wahlspruch sollte sein: Jm Dienste der
Menschheit für Deutschlands Wohlfahrt. Als Leitgedanken
 sollten nach den Vorschlägen des Gründers der Vereinigung
 gelten: Im Vertrauen auf das gute im Menschen,
 Erziehung zu wahrer Gerechtigkeit. Innere Einigung,
 politische und wirtschaftliche Gerechtigkeit als Vorbedingung
 zu Deutschlands äußerer Machtstellung. Verbindung
 der Sozialgesinnten aller Parteien, die nicht auf
die Zukunft warten, sondern an der Besserung der Zustände
 mit Hand anlegen wollten.
Jm einzelnem verlangte er unter anderem, der Grund
und Boden sei, soweit möglich, unbeschadet weiter bestehendem
 Privatbesitz, wieder in Gemeinbesitz zu bringen
 und biete sich hierzu als natürlicher Weg die Kommunalisierung
 der Hypotheken. Die durch die Arbeiterversicherung
 aufgebrachten Kapitalien seien in erster Linie
in dieser Weise anzulegen.*) Wenn unser Bund der Vereinigung
 zustimmen würde, sollten unseren Mitgliedern
E *) Deutische Volksstimme 1896 Nr. 24.

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