Steigerung der Grundrente durch die Tätigkeit des Ei-
gentümers oder durch die Kulturarbeit der Gesamtheit
erzielt wird, ist von Fall zu Fall festzustellen.
Die neue Bundesleitung.
IZ den Wahlen zum Vorstande, die der Annahme des
neuen Programms in der Hauptversammlung vom
2. April 1898 gefolgt sind, haben Damaschke, Beta und Dr.
Silbermann unter Zustimmung der Versammlung mich
wieder als ersten Vorsitzenden vorgeschlagen. Ich habe
aber eine Wiederwahl abgelehnt, weil ich durch Beruf-
pflichten genötigt war, in jedem Jahr monatelang von
Berlin abwesend zu sein. Der Bund würde darunter
leiden. Ich habe die Wahl von Adolf Da ma s ch k e vor-
geschlagen. Damaschke hatte, als wir die Sache vorher
besprochen hatten, anfangs gezögert. zuzustimmen. Er
stand damals mitten in der national-sozialen Bewegung
und mußte fürchten, seine Kräfte zu zerssplittern. Außer-
dem waren die Erfahrungen, die er im Wahlkampfe in
Plön-Oldenburg mit der Bodenreform gemacht hatte,
nicht die besten gewesen. Seine Gegner hatten den Wäh-
lern mehr als einmal unser altes Programm mit der
Forderung der Verstaatlichung des Bodens vorgehalten
und hatten ihm damit zu schaden gesucht.
Ich hatte ihm geantwortet, daß Programme sich ändern
ließen. In seiner Partei, deren kurzes bestehen wir
nicht voraussehen konnten, könne seine Stellung nur ge-
winnen, wenn er nicht allein, sondern als Führer der
deutschen Bodenreformer käme. Damaschke hatte sich
schließlich bereit erklärt, eine Wahl anzunehmen, wenn
ich ihm in der Programmfrage freie Hand lassen wolle.
Das war geschehen. Die Versammlung hatte seinem letz-
tem Entwurf zugestimmt. Nun stand seiner Wahl zum
erstem Vorsitzenden, die einstimmig geschah, nichts mehr
19 Freese, Bodenreform ~~y
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