Full text: Nationale Bodenreform

Jm KRathauke in Berlin. 
LO): Bericht, den ich über die deutsche Bodenreform 
Bewegung bis zu dem Zeitpunkte geben wollte, an 
dem ich die Leitung meinem Nachfolger Damaschke über- 
geben habe, ist mit der Schilderung dieser übergabe been- 
det. Ich bin von dieser Zeit an aus der ersten Reihe der 
Kämpfer zurückgetreten und ich muß die Darsstellung des 
weiteren Verlaufs der Bewegung berufeneren Stellen 
überlassen. Die Erfahrung spricht aber dafür, daß den 
späteren Vorgängen nicht das gleiche Interesse entgegen- 
gebracht wird, das man dem erstem auftreten erfolgreicher 
Strömungen im Volke zollt. Soweit ich sspäter noch in die 
Bewegung eingegriffen habe, will ich es der Vollsständig- 
keit halber erwähnen, um mich dann ganz der Frage zu- 
zuwenden, welche Folgerungen in praktischer und theore- 
tischer Hinsicht aus der bisherigen Entwicklung zu ziehen 
sind, die ich auch nach meinem Rücktritt von der Leitung 
mit begreiflicher Teilnahme verfolgt habe. 
Am 8. Dezember 1900 ist die 11. Hauptversammlung 
zum erstem mal im Rathause der Reichshauptstadt abge- 
halten worden. Ich habe einen Vortrag über den Schutz 
der Bauhandwerker in den Vereinigten Staaten von 
Nordamerika gehalten und habe eine getrennte Ab- 
schätzung der Baustellen und der Gebäude im Zwangpvoll- 
streckungverfahren verlangt. Der auf die Baustelle ent- 
fallende Teil sollte den vor Errichtung der Neubauten 
eingetragenen Hypothekengläubigern, der auf die Ge- 
bäude entfallende Teil sollte den Baugelddarleihern und 
den Baugläubigern zufallen. Diese Vorschläge sind am 
18. Dezember 1900 dem Justizminister Dr. Schönstedt mit 
einer ausführlichen Begründung übersandt worden. 
In der selben Hauptversammlung ist unser hochver- 
dienter Wirklicher Geheime Rat Professor Dr. Adolph 
Wagner zum Ehrenmitgliede des Bundes gewählt wor- 
den. Er hat einen Vortrag über Wohnungnot und städti- 
rf 
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