Full text: Nationale Bodenreform

mein sc< af t auf die Grundrente zu einseitig in den 
Vordergrund gestellt und es sind daraus weitgehende 
Schlüsse gezogen worden. Die Tätigkeit des Besitzers 
ist dagegen zu wenig beachtet worden. Diesen Fehler hat 
schon Henry George gemacht, und vor und nach ihm haben 
es andere getan. Soweit die gestiegenen Bodenwerte auf 
die Leistungen der Gesamtheit zurückgeführt werden kön- 
nen, ist die Forderung der Bodenreformer nicht anzu- 
fechten, das was die Gemeinschaft geschaffen hat, auch für 
sie nutzbar zu machen. Es gibt aber Fälle, in denen die 
Grundrente nicht durch die Gesamtheit, sondern in hohem 
Grade durch die Arbeit der Eigentümer erhöht werden 
kann. Diese Fälle sind in der Bodenreform Literatur bis 
jetzt nicht genügend berücksichtigt worden und ihre Zahl 
ist viel größer als gemeinhin angenommen wird. 
Wenn ein Fabrikant seinen Betrieb aus der Stadt in 
einen Vorort verlegt und auf freiem Felde eine Fabrik 
errichtet, so wird dadurch die Grundrente erhöht. Diese 
Erhöhung erstreckt sich nicht nur auf den Boden, den er 
selbst benutzt, sondern auch auf Grundstücke, die in der 
Nähe liegen. Ein anderer Fabrikant der seinem Beispiel 
folgen will, findet erhöhte Bodenpreise. Entsteht auf dem 
Lande eine neue Ansiedlung, so werden die Bodenpreise, 
die nichts anderes sind als die kapitalissierte Grundrente 
in der ganzen Umgebung steigen. Wenn von einem Gut- 
besitzer Ödland kultiviert oder eine Zuckerfabrik errichtet 
wird, wenn eine Gesellschaft auf ehemaligem Ackerland 
Straßen anlegt und neue Stadtviertel erschlossen werden, 
so geschieht das gleiche. Wird ein altes Haus abgebrochen 
und dafür ein neues errichtet, das der Straße kaufkräftige 
Bewohner zuführt, so kann es ebenso wirken. Schon das 
zukaufen angrenzender Grundstücke, das zusammenlegen 
von zwei schmalen Grundstücken, um ein besser zuge- 
schnittenes zu erhalten, das eine bessere Ausnützung er- 
möglicht, kann den Wert des ganzen erhöhen. Die An- 
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