nicht die beklagenswerten Zustände vor dem Welt-
kriege wiederkehren sollen.
Die Bauordnungen.
Chun der Frage der Bau or d nung en sieht es besser
Saus. Die sozialdemokratische Partei, die im preußi-
schem Abgeordnetenhause noch im Dezember 1916 gegen
die Einführung des zweiten Teils des Baupfandgesetzes
gestimmt hat, ist in dieser Hinsicht besser beraten. Gegen
das errichten von Turmhäusern in der inneren Stadt
und gegen den Aufbau von neuen Stockwerken auf Bank-
gebäuden und Geschäfthäusern scheinen die Führer der Par-
tei keine Bedenken zu haben, obgleich die Wirkung dieser
Hochbauten auf die Bodenpreise auf der Hand liegt. Den
Jammer des wohnens in luft- und lichtarmen Mietka-
sernen haben sie aber allzu sehr aus eigener Erfahrung
kennen gelernt. Die Staatsbehörden haben oft genug
versucht, eine weitläufigere Bebauung durchzuführen und
dadurch den Bewohnern mehr Luft und Licht zu ver-
schaffen. Jhre Absichten sind aber nur selten von den
Gemeinden unterstützt worden. In den meisten Fällen
ist von ihnen jede Beschränkung der Ausnutzung des
Grundbesitzes bekämpft worden. Das hat nicht wenig
dazu beigetragen, die sozialen Gegensätze zu vertiefen.
Daß Baubeschränkungen durchzuführen waren, auch in
den dichtbevölkerten Stadtteilen der Großstadt ist in
Berlin durch die Bauten des Berliner Spar- und Bau-
vereins bewiesen worden, dessem Vorstand ich viele Jahre
angehört habe. Der Verein hat sich bei seinen umfang-
reichen Neubauten in Moabit, am Zentralviehhof, am
Nordufer, in der Stargardersstraße und in Charlottenburg
freiwillig Beschränkungen in der Ausnutzung des Ge-
ländes auferlegt. Er hat sich anstelle der zulässigen Be-
bauung von zwei dritteln des Baugeländes durchweg
393