Object : Lage und Entwicklung der landwirtschaftlichen Grossbetriebe in den östlichen Landesteilen

Der kaufmännische Charakter der Träger der Erhebung macht
es erklärlich, daß bei den Erhebungen nicht die Gesamtheit der
jeweils erfaßten Betriebe kongruent ist; die in der freien Wirtschaft
häufig vorkommende Lösung und Anbahnung von KGeschäftsbeziehungen
 bedingen bei der zwischen den Stichtagen liegenden
Zeitspanne von einem Jahr eine Veränderung des erfaßten Ausschnittes,
 die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten durch das Ausscheiden
 lebensunfähiger Betriebe vergrößert wird. Die Untersuchung
der Entwicklungstendenz muß sich bei dem durch die Verschuldungserhebungen
 geförderten Material auf die identischen Betriebe
beschränken. Seit der Inangriffnahme der ersten Erhebung (Februar
1928) hat aber die individuelle Betriebskontrolle durch landwirtschaftliche
 Sachverständige in dem sogenannten Örtstaxwesen die
Erkenntnismöglichkeiten derart erweitert, daß für die identischen
Betriebe eine sichere Diagnose gegeben werden kann.
In Drucksache Nr. 2 waren sämtliche Provinzen und Landesteile
östlich der Elbe behandelt. Die aus dem Rahmen der übrigen Bezirke
herausfallenden Verhältnisse der nach Absatzlage und Agrarstruktur
zum Westen zu zählenden Provinz Schleswig-Holstein ließen dort die
Wiederholung der Verschuldungserhebung unnötig erscheinen. Darüber
 hinaus wird von einer Veröffentlichung der Zahlen aus der
Provinz Oberschlesien abgesehen, da die geringe Anzahl der hier
vorhandenen Großbetriebe und deren geringe Verbundenheit mit den
genossenschaftlichen Organisationen nicht die Möglichkeit geben, ein
vergleichbares und typisches Bild herzustellen. Die vorliegenden
Zahlen beziehen sich also auf die Provinzen Ostpreußen, Pommern,
Grenzmark, Brandenburg, Niederschlesien und die beiden Freistaaten
 Mecklenburg.

Bei der zweiten und dritten Erhebung sind je etwa 7500 Einzelmeldungen
 eingegangen, von denen bei der zweiten Erhebung 5083*),
bei der dritten Erhebung 4923*) Betriebe ausgewertet wurden**),
Zur Prüfung der Entwicklungstendenz konnten 3428 identische Betriebe
 (Vergleichsbetriebe) herangezogen werden.

*) Die Differenz zwischen Meldungen und ausgewertetem Material erklärt
sich im wesentlichem durch Doppelangaben, die durch die genossenschaftlichen
Verflechtungen bedingt sind, im übrigen durch unvollständige oder zu spät eingegangene
 Meldungen.

**) Auf das gleiche Erhebungsgebiet bezogen, wurden bei der ersten Erhebung
 zum 31. 12. 1927 insgesamt 4924 Betriebe ausgewertet,

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