A. Ziel und Methodik der vorliegenden Arbeit.
Im Dezember 1928 wurden als Drucksache Nr. 2 *) der Landwirtschaftlich-Betriebswirtschaftlichen
Abteilung die Ergebnisse der
ersten Verschuldungserhebung der Preußenkasse veröffentlicht. Mit
dieser wurde der Versuch gemacht, Klarheit über die Lage
genossenschaftlich organisierter landwirtschaftlicher Großbetriebe **)
ım deutschen Osten zu schaffen. Die Erhebung zeigte durch Untersuchungen
an 5130 Großbetrieben die Gefahr, die der gesamten
Wirtschaft des agrarisch orientierten Ostens aus der hohen Verschuldung
eines Teiles dieser Betriebe droht.
Eine umfassende Vertiefung dieser Erkenntnisgrundlagen ist
seitdem von anderer Seite nicht erfolgt. Soweit dahingehende Versuche
vorliegen, behandeln sie bei kleinem Ausschnitt und Einbeziehung
sämtlicher Betriebsgrößenklassen ein so weites Gebiet, daß
sie in diesem Zusammenhange außer Betracht bleiben können.
Das in Drucksache Nr. 2 wiedergegebene Verschuldungsbild
besaß infolge der Wahl des zugrunde gelegten Stichtages
(31. Dezember 1927) nur den Charakter einer — allerdings wertvollen
— Zwischenbilanz. Die späteren Verschuldungserhebungen
der Preußenkasse wurden jeweils auf das Ende der Wirtschaftsjahre,
also die landwirtschaftlich üblichen Bilanzdaten, den
30. Juni 1928 und den 30. Juni 1929, abgestellt.
Die bei der ersten Erhebung bewährte Methode hat auch bei
den neueren Verschuldungserhebungen Anwendung gefunden. In
den Details sind weitgehende Verfeinerungen zur Durchführung
gelangt.
Da nunmehr zwei derartige, in sich gleichwertige Verschuldungserhebungen
vorliegen, bietet sich erstmalig die Möglichkeit,
neben der statischen Feststellung des Verschuldungsstandes die
Dynamik des Verhältnisses zwischen Eigen- und Fremdkapital zu
beleuchten.
*) Verlag Paul Parey-Berlin. 1928.
**) S. Erläuterungen Seite 145.