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VII Äbidhnitt: Sinzelne Schuldverhältnifje
Sehzehnter Titel.
Leibrente.*)
(Erläutert von Dr. Th. Engelmann.)
Vorbemerkungen,
4, Begriff. Das BSB, überläßt die Begrifisbejtimmung de3 Leibrentenvertrags der
Wiflenjhaft und Praxis (M. II, 637 ff.; vgl. dagegen PLR. LI it. 11 8 606, Jächl. GB.
$1150). 98 zweifello8 erachten die Mot., daß unter Leibrente periodifh miederkehrende
Seiftungen zu berftehen find (WM. II, 638). Vegenitand der Leihbrente Wönnen nicht nur
Seld oder andere vertretbare Sachen, jondern auch Letfjtungen anderer Art (geldwerte firngible
Handlungen, die Gewährung fungibler Rechte zum Unterhalt 20.) fein (vbal. Eccius a. a. OD.
S. 16 und Urt, d. Reichäger. vom 28. September 1906 RGE, Bd. 64 S. 136; and. Anl.
Sepp S. 13 ff., Crome 8 251 Anm. 1, Dernburg $ 201, IV, 2, ROR.-Komm. Bem. 1 zu
$ 759, Gacdhenburg, Das BGB. 2. Aufl. S. 88, Scherer Note 2 zu 8 759; nad land
Borbenı II, 2, a, dem Dertmann Vorbem, 3, a beiftimmt, find in folgen Fällen die für
den Beibrentenvertrag geltenden Vorfhriften entiprehend anzuwenden). Auch die Gegen:
leiftung braucht nicht notwendig in Geld. zu bejtehen (M, II, 637; val. äh. 63. 8 1151).
Der Leibrentenberttag wird fomit al derjenige Vertrag zu bezeichnen fein, dur
den fig jemand (entgeltlidH oder unentgeltligG) einem anderen gegenüber für
dejfen oder eineS dritten Berfjon zu periobifd wiederkehrenden feft»
degrenzten Seiftungen auf einen beftimmten Zeitraum berpfligtet (vol.
Sepb S. 10 ff., land Borbem. II, 2, Kuhlenbek Vorbewm., Dertmann Borbem. 4, SilGer-
Henle Note 1 zu 8 759, Dernburg S 201, I, Matthiaß S. 357, Schollmeyer S, 163; j, auch
Art. d. Oberft. LG, Münden vom 25. November 1904 Samml. n. &. Bd. 5 S, 595, Urt. d.
ReidhSger. vom 23, Mai 1906 RGE. Bd. 63 S. 324; enger Urt. d. NeihSäger, vom 12. Des
jember 1907 RGES, Bd. 67 S, 212; unter Leibrente Hat man „ein einheitliches nugbares
Hecht zu verftehen, daS dem Berechtigten für die LebenZdauer eines Menidhen eingeräumt {ft
and deffen Erträge aus fortlaufend wiederkehrenden gleihmähigen Leiftungen in Geld oder
vertretbaren Sachen beftehen“; ebenfo Urt, d. OLG, Hamburg dom 7. Juni 1909 Recht 1909
Mr. 2645).
Bildet die Rente daS Entgelt für eine in den entipredenden Beiträumen
Dorzunehmende Gegenleijtung, fo liegt feine Leibrente vor (Eccin8 a. a. OD. S. 13 ff., Dert=
mann VBorbem. 3, b, land Borbem. II, 2, c); folgt aber die Rentengewährung der dafür al?
Entgelt gewährten Dauerleifiung nad, {o ‚JHiegen zwei Verträge vor, von denen einer ein
Vetbrentenvertrag ift (fo mit Recht Bland VBorbem. IT, 2, c; and. Ant. Lotmar, Der Arbeit8:
vertrag Bd. 1.6. 150 ff., Dertmann Borbem. 3, b); daher ift inSbefondere auch ein mit
einem Dienftvertrage verbundener Benfionsvertrag al8 Letbrentenvertrag anzujehen
(land und Ecciu8 a a. DO.; and. Anf. Dertmann Bem. 3 zu 8 761, RSGR-Komm. Bem. 5
zu 8 761, Dernburg 8 201, V; f. auch Lotmar a. a. DO. S. 152 Anm. 3 und Urt. d. OLG,
Srankfurt a. M. vom 6. Juli 1908 Recht 1908 Nr. 2811, da3 die Anwendbarkeit des
S$ 761 bejaht).
Neber die u bejahende) Frage der Anwendbarkeit des $ 326, falls die Verz
bilihtung zur Gemährung der Rente auf einem gegenfeitigen Bertrage beruht, |. Dertmann
Borbem. 5, b, 8 und Bem. 2 zu 8 760, Dernburg $ 201, VII, Goldmann-Lilienthal S. 804,
Siicher-Henie Note 1 zu S 760, land Vorbenı II, 5, RGR Komm. Bem. 2 zu $S 759,
Ob ein einheitlidhes Forberungsrecdht auf die Rente im ganzen mit End.
termin oder eine Mehrheit von bedingten Forderungsredhten anzunehmen feti, laffen die
*) Ziteratur: Ecciu8, Der Leibrentenvertrag des BGB., Gruchot, Beitr. Bd. 45
(1901) .S. 11 {f ; ®. Sepp, Der Leibrentenvertrag nach dem BGV., Miinchen 1905.