in der ersten Auflage vom Jahre 1871 überwiegend kirchliche
und medizinische Gesichtspunkte zur Geltung gekommen.
Erst in der folgenden Auflage, die zwei Jahre
später erschienen ist, ist die Eigentumfrage und besonders
die Frage des Bodeneigentums in den Vordergrund getreten.
Mir hat nur die dritte Auflage des Buches vorgelegen,
die im Jahre 1884 im sozialdemokratischem Parteiverlage
von J. H. W. Dietz in Stuttgart erschienen ist.
Inzwischen waren im Auslande wichtige Arbeiten über
die Bodenfrage veröffentlicht worden. Der belgische Nationalökonom
Emile de Laveleye hatte sein Buch über das
Ureigentum herausgegeben. Das Hauptwerk des amerikanischen
Bodenreformers Henry George „Fortschritt
und Armut“ hatte seinen Siegeslauf durch die Welt begonnen.
In England war Alfred Russel Wallace (gestorben
am 7. November 1913) mit seinem Buch über die
Land-Nationalisation hervorgetreten. Stamm hat in der
dritten Auflage seines Buches auf diese Werke bezug genommen.
Das Buch von Stamm enthält im ersten Teil eine
Schilderung der Entwicklunggeschichte des Menschen und
seiner Eigentumideen, deren Veränderlichkeit an der Abschaffung
der Sklaverei nachgewiesen wird (S. 64-77):
„Die Arbeitermassen sind nach Abschaffung des Leibeigentums
nur anscheinend frei geworden. Die Arbeiterausbeutung
auf der Basis des Privat-Grundeigentums ist geblieben.“
(S. 78.)
Durch Ausnutzung des Wohnungbedürfnissses, der zunehmenden
Arbeitgeschicklichkeit und der wachsenden Bevölkerung
seien die wucherischsten Steigerungen des Bodenwertes
nicht nur ohne jede eigene Arbeit des Privatbodeneigentümers,
sondern überhaupt ohne irgend welche
. F. Privatboden verwendete Arbeit erzielt worden
. 106) :
IH