Full text: Nationale Bodenreform

baren Tatsachen nicht überein (Buch I, Kap. 1). Wir fänden 
unter Verhältnissen, die keine mit der herrschenden Lehre 
vereinbare Erklärung zuließen, daß hoher Zinsfuß mit 
hohen Löhnen und niedriger Zinsfuß mit niedrigen Löh- 
nen zusammenfallen. Das Kapital sei anscheinen sel- 
ten, wenn wenig Arbeitkräfte vorhanden sind und an- 
sscheinend reichlich vorhanden, wenn es Arbeitkräfte im 
Überfluß gäbe (I, 1). Er wollte beweisen: 
„daß der Arbe itl ohn nicht aus d em Kapital, 
s o n d ern au s d em Produkt der durch ihn be- 
zahlten Arbeit entnommen werde." (1, 1.) 
Die Zahlung von Lohn ssetze eine Erzeugung von Ka- 
pital durch die Arbeit voraus (I, 3). Da der Arbeiter, 
der für einen Arbeitgeber arbeite, seinen Lohn nicht eher 
erhalte, als bis er die Arbeit getan hat, so sei sein Fall 
ein ähnlicher, wie der des Depositors einer Bank, der kein 
Geld herausziehen kann, wenn er nicht welches hinein- 
getan habe (I, 3). Er meinte, daß die Nationalökonomen 
seit Adam Smith unaufhörlich über das Lohngesetz ge- 
stolpert seien, ohne es ein einziges mal zu erkennen: 
„wenn es ein Hund wäre, würde er sie beißen!“ 
(III, 6). 
D? Lehre des Malthus, die von Henry Thomas Buckle 
und John Stuart Mill anerkannt worden sei, ist 
von ihm vollständig abgelehnt worden. Der Kern der 
Lehre sei: 
„daß in der Bevölkerung eine natürliche Tendenz und ein 
beständiger Drang besteht, sich über die Unterhaltungmittel 
hinaus zu vermehren.“ 
George hat diese Lehre, über die ich schon im vorigem 
Abschnitt einige Urteile gebracht habe, ein Spiel mit Pro- 
portionen und eine hochtönende Formel genannt (11,1). 
Die Malthussche Theorie behaupte – und das sei ihr 
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