Full text : Leistung und Wert

ZZ a38
leistung für ein Jahr, das Rechnungsiahr, zu ermitteln und zu diesem
Zweck die in ihm gemachten gegensätzlichen Geschäfte einander
gegenüberzustellen. Dies geschieht, wozu uns bereits unser Beispiel
 einen Fingerzeig gegeben hat, indem wir aus dem Grundbuch
alle Posten des Rechnungsiahres ausziehen und dabei die Zweckleistungen
 — erkenntlich an den Handelswerten — von den Entgeltleistungen
 — erkenntlich an den Zahlungswerten — und innerhalb
beider die Sollposten von den Habenposten (stets auf die Firma bezogen)
 trennen, mit anderen Worten, die Zweckleistungen an die
Firma ihren Zweckleistungen, die Entgeltleistungen an die Firma
ihren Entgeltleistungen gegenüberstellen. Daraus ergibt sich ein
zweiteiliges Konto der Firma. Fassen wir zunächst den Teil ins
Auge, der die Zweckleistungen umfaßt, und nehmen wir an,
wir hätten auf die Sollseite alle die einzelnen Leistungsnahmen der
Firma an Handelswerten, desgl. auf die Habenseite alle die einzelnen
 Leistungsgaben der Firma an Handelswerten während des Geschäftsiahres
 eingetragen, und es ergäben sich beispielsweise aus
der Addition der beiden Seiten die Summen:
Soll Firma (Zweckleistungen) Haben
| Aus Werbungsgeschäften M. 460.000 | Aus Verwertungsgesch, M. 510.000 |
so würde sich in dem Habensaldo von M. 50,000.— der Wert der
Zweckleistung „Unternehmerleistung‘“, der Reinertrag des Abschlußiahres,
 ausdrücken, und durch die Einstellung auf die Sollseite
 — womit die Gutschrift auf Kapitalkonto verbunden ist —
würden beide Seiten ausgeglichen, der Rechnungsabschnitt zur Erledigung
 gekommen sein.
Soweit wäre die Ermittlung des Reinertrages eine einfache
Sache, wenn wir nämlich von der Voraussetzung ausgehen dürften,
daß die M. 510.000 im Haben tatsächlich einen Werbungsinhalt von
M. 460.000 besitzen, was so viel heißt, als daß sämtliehe im Rechnungsjahre
 angekauften Werte zur Verwertung gekommen sind. In
Wirklichkeit ist das nur der Fall bei einer entsprechend weit vorgeschrittenen
 Liquidation, trifft aber bei einem im Fortgang befindlichen
 Unternehmen nicht zu, denn bei einem solchen werden, da es
stets für die kommende Zeit gerüstet sein muß, zur Zeit der Ertragsermittlung
 noch Handelswerte von mancherlei Art, Sachen, Arbeitsmittel,
 unvollendete Werke vorhanden sein. Diese Werte sind in der
Sollsumme enthalten und müssen aus ihr ausgesondert werden. Wir
wollen annehmen, daß die Additionen lauten:
Soll Firma (Zweckleistungen) Haben
| Aus Werbungsgeschäften M. 560.000 | Aus Verwertungsgesch. M. 510.000 |
Es muß also der Ertragsermittlung vorausgehen die genaue Feststellung
 des Bestandes an Handelswerten und seines Wertes. Ergab
beispielsweise diese Feststellung einen Gesamtwert des Bestandes
            
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