Metadata: Der Weltverkehr und seine Mittel

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Eisenbahnen: Die Lokomotive. 
da die grundlegenden Versuche des Jahres 1861 leider fehlerhaft sind. Verfasser dieses hat 
in den Jahren 1892—1896 umfassende Versuche über die Blasrohrwirkungen angestellt und 
dabei gesunden, daß die Form der Esse gleichgültig ist, wenn diese nur die richtige Weite 
zur Höhe hat, und das Blasrohr zu ihr richtig sitzt — ein Ergebnis, das durch Lokomotiven 
der verschiedensten Länder bestätigt wird. Zu welch absonderlichen Blüten eine irrige Auf 
fassung der Schornsteinfrage geführt hat, möge Abb. 174 zeigen. Man vergleiche den Riesen 
kamin derselben mit den äußerst kurzen neuerer Lokomotiven in Abb. 224 u. 227. 
Eine der wertvollsten Eigenschaften des-Blasrohres ist die, daß es die Feueranfachung 
nnd dadurch die Dampfentwickelung je nach dem Grade der Beanspruchung der Lokomotive 
von selbst regelt. Gebraucht die letztere mehr Dampf, z. B. auf Steigungen, so strömt 
auch mehr Dampf durch das Blasrohr aus. Die Feuergase werden infolge der größeren 
174. Amerikanische SchneUruglokomotive 1848, gebaut von Morris in Philadelphia. 
Ausflußgeschwindigkeit des Abdampfes schneller aus der Rauchkammer abgesaugt, und die 
Außenluft dringt um so kräftiger in das Feuer ein. Es verbrennt infolgedessen mehr 
Kohle, und eine stärkere Dampfbildung geht vor sich. 
Je größer nun die Rostfläche ist, desto mehr Brennstoff kann auf ihr in der Zeit 
einheit verbrannt werden. Der menschliche Arm vermag jedoch eine Rostlänge von höch 
stens 3 in zu beherrschen, darüber hinaus wird der Kohleneinwurf zu schwierig und 
ungleich. Rostlängen von 3 m hat man auf belgischen und amerikanischen Bahnen vor 
einigen Jahren eingeführt, namentlich zwecks Verfeuerung von feiner Kohle. Auf anderen 
Bahnen geht man nicht gern über 2 1 / a m Länge. Die Rostbreite ist durch die Spur 
weite der Gleise begrenzt, man kann sie also bei der Normalspur (1435 mm) in der 
Regel höchstens etwa 1 m wählen, falls man nicht, wie beim Wootten-Kessel, die Rost- 
fläche über das Radgestell legt. In Europa ist diese Bauart jedoch nur bei einer be 
schränkten Anzahl belgischer Lokomotiven gewählt worden. Die deutschen und englischen 
Personen- und Güterzuglokomotiven zeigen Rostflächen von etwa 1 1 / 2 bis 2 1 / 4 qm.
	        
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