Bestimmung der stickstoffhaltigen Substanzen.
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Zum Zwecke der Untersuchung wird die schwach alkalische Substanz nebst einigen
Grammen salpetrigaauren Kaliums in das Kölbchen B gebracht, dieses nötigenfalls bis zur
Hälfte mit Wasser aufgefüllt, der Kork fest aufgesetzt und Kohlensäure hindurchgeleitet.
Ist nach einigen Minuten die Luft ausgetrieben, so stellt man durch Zuschrauben des
Hahnes c die Entwickelung fast ganz ab und verbindet durch Neigen die Absorptions
pipette so mit dem Gummischlauch vor dem Quetschhahn, daß keine Luft in die Kapillare
d tritt. Hierauf stellt man die Kohlensäure-Entwickelung ganz ab, läßt durch den Scheide
trichter in kleinen Zwischenräumen einige Tropfen verdünnter Schwefelsäure (1 : 3) nach B
fließen und befördert durch Schütteln von B und C die Gasentwiokelung bezw. Absorption. 1 )
Ist man sicher, daß nach kräftigem Umschtitteln die Entwickelung zu Ende ist, so füllt
man das Reagierkölbohen bis dicht unter den Kork mit Wasser auf, läßt noch einige
Blasen Kohlensäure hindurchstreichen, zieht den Gummischlauch ein wenig von a ab,
klemmt ihn mit dem Quetsohhalm b zu und zieht ihn hierauf ganz ab. Nachdem man das
Gas mit der Flüssigkeit in der Absorptionspipette noch einmal tüchtig durohgeschüttelt
Fig. 32.
verbindet man letztere mittels eines Kapillarrohrs (vergl. Fig. 32) mit einer
Hempelsehen' 2 ) „einfachen Gasbürette“, saugt das Gas in die Bürette und liest unter
eobachtung der nötigen Vorsichtsmaßregeln ab. Steht eine solche Bürette nicht zur Ver
übung, so verbindet man die Absorptionspipette in der unten beschriebenen Weise mit dem
y°ü Schmidt 3 ) für Stickstoffbestimmungen angegebenen Apparat. Dieser ist sehr leicht
handhaben; als Meßbürette genügt zur Not eine gewöhnliche kalibrierte Bürette mit
Quetschhahnverschluß. Nachdem man letztere durch Heben oder Senken des eisernen
fwnges A (Fig. 32) mit der auf einem Schemel stehenden Absorptionspipette in gleiche
Höl le gebracht hat, wird der Quetsohhalm an dem die Kapillare abschließenden Gummi-
Schlauch ein wenig gelüftet und durch Neigen der Pipette die Flüssigkeit bis zur
Jeren Mündung des Gummischlauches getrieben. Dieser wird hierauf mit zwei Fingern
101 linken Hand abgeklemmt, der Quetsohhalm mit der rechten über das Kapillarrohr
z urückgeschoben und der Gummischlauch mit der rechtwinkligen Kapillare c verbunden,
2 ) Die Verbindung von B und C kann auch mit einem einzigen Schlauch hergestellt
zu l!-’ Einrichtung gestattet jedoch, die Flüssigkeit in der Absorptionspipette stark
1 sci ütteln, ohne das Reagierkölbchen vom Stativ zu ziehen.
,) Hempel, Neue Methoden zur Analyse der Gase, Braunschweig 1880, S. 9.
d ) Journ. f. prakt. Chemie, 24, 444.