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Futtermittel.
deren anderer Schenkel mit einem Gummischlauch an der oberen Mündung der Meßbürette
befestigt ist. Diese, wie die Kapillare, sind vorher durch Heben des Ballons bezw. Glas
stückes A mit dem in b befindlichen Wasser gefüllt worden. Durch Heben von A und
Öffnen des Hahnes d treibt man etwaige in der Kapillare der Kugelpipette befindliche Gas
blasen in die Kugel, bringt sie durch Schütteln zur Absorption und saugt darauf durch
Senken des Ballons A das Gas in die Meßbürette. Sollte es Vorkommen, daß man infolge
zu starker Gasentwickelung Grund hätte, an der Brauchbarkeit des in der Pipette befind
lichen Absorptionsmittels zu zweifeln, so füllt man sie mit frischer Lösung, treibt
nach geschehener Verbindung mit b das Gas nochmals in die Kugel zurück, schüttelt und
saugt es in die Meßbürette.
Die auf diese Weise gefundene Menge Stickstoff ergibt also den in Form von fertig
gebildeten Amidosäuren (Leucin, Tyrosin, Asparaginsäure usw.) -J- Stickstoff der durch
Kochen aus den Säureamiden gebildeten Amidosäuren; indem man daher den für die Säure
amide unter No. 2 gefundenen Stickstoff' von diesem abzieht, erhält man die Menge des in
Form von Amidosäuren vorhandenen Stickstoffs.
U. Kreusler 1 ) hat gefunden, daß die Amidoverbindungen durch salpetrige Säure
nicht gleichmäßig zersetzt werden; Asparaginsäure z. B. zersetzt sich glatt, Asparagin
dagegen spaltet Ammoniak ab, welches von salpetriger Säure nur in wechselnden Mengen,
niemals aber vollständig zersetzt wird. Letzteres gelingt vollkommener durch Erhitzen
mit salpetriger Säure, indes bedürfen die einzelnen Amidoverbindungeu eines verschieden
langen Erhitzens, um annähernd richtige Ergebnisse zu liefern. 2 ) Kreusler hat für seine
Versuche einen besonderen Apparat angewendet und hält auch den zur Beseitigung des
Stickstoffoxyds zuerst empfohlenen Eisenvitriol für zweckmäßig; ich muß jedoch bezüglich
der Einzelheiten dieses Apparates auf das Original verweisen.
Durch vorstehende Bestimmungsweise erhält man daher
a) den Ammoniak-Stickstoff,
b) den Amidosäureamid-Stickstoff (aus der Differenz 2—1),
c) den Amidosäure-Stickstoff (aus der Differenz 3—2).
Addiert man diese 3 Größen, so ist die Summe nach C. Böhmer uud E. Kern
meistens kleiner, als sich aus der Differenz von Gesamt-Stickstoff minus Protein-Stickstoff
für die löslichen Stickstoffverbindungen ergibt; es folgt hieraus, daß in den Pflanzen neben
vorstehenden 3 Verbindungsformen noch andere lösliche Stickstoff-Verbindungen (z. B.
Salpetersäure u. a.) vorhanden sind.
5. Bestimmung der Salpetersäure. Für die Bestimmung der Salpetersäure
in den Pflanzensäften nach Konzentration unter Zusatz von Kalkmilch sind verschiedene
Verfahren in Vorschlag gebracht; sie beruhen auf dem Verhalten, daß die Salpetersäure durch
Eisenchlorür und rauchende Salzsäure in Stickstoffoxyd (NO) übergeftihrt und letzteres
ermittelt wird. Das ist bald durch gasvolumetrische Messung, bald durch Wiederüberführen
in Salpetersäure und Titration der letzteren geschehen. Am zweckmäßigsten ist die Be
stimmung auf gas volumetrischem Wege, wobei man die der Berechnung anhaftenden
Unbequemlichkeiten nach dem Verfahren von P. Wagner (vergl. S. 144 u. f.) dadurch
umgehen kann, daß man unter gleichen Bedingungen Koutrollbestimmuugen mit einer
bestimmten Menge reinen Salpeters nebenher ausführt und die erhaltenen Gasvolumen
miteinander vergleicht. Vergl. auch das Verfahren von Th. Pfeiffer S. 148.
Einfach und sicher gelingt auch die Bestimmung der Salpetersäure, wenn man sich
des von C. Böhmer vorgesohlagenen Absorptionsmittels für Stickstoffoxyd, der Chromsäure
bedient und das Stickstoffoxyd gewichtsanalytisch bestimmt.
Zu dem Zweck ergänzt man den in Fig. 31 S. 216 angegebenen Apparat in der Weise,
daß man den Kolben B statt mit der HempeIschen Absorptionskugel mit einer U-förmigen
Vorlage verbindet, die mit wenig Lösung von kohlensaurem Natrium (etwa 5—10 ccm) gefüllt
ist, und in einem Gefäß mit kaltem Wasser hängt, um einerseits mitgerissene Salzsäure,
J ) Landw. Versuchs-Stationen 1885, 31, 277.
2 ) A. Emmerling (Landw. Versuchs-Stationen 1886, 32, 446) konnte mit Hilfe seines
Apparates (im Vakuum) Ammoniumsulfat auch in der Kälte durch Kaliumnitrit und Essig
säure in 80 Minuten vollständig zerlegen.