Object: Wert und Kapitalprofit

führt. Er hatte in seiner ersten Erwiderung meiner These die 
folgende entgegengestellt: „Das Streben der Produzenten, für ihre 
Produkte einen möglichst hohen Preis zu erzielen, ist die die 
Tauschwirtschaftt beherrschende Kraft“ (S. 127), Mir war sofort 
klar, daß es sich hier nur um ein terminologisches Mißverständnis 
handeln konnte, und diese Vermutung hat sich bestätigt. Amonn 
gibt nämlich jetzt (II) seiner These die folgende Auslegung: „daß 
alle Produzenten nach der bestmöglichen Verwertung ihrer 
Leistung streben“ und an anderer Stelle: „Ich behaupte, daß der 
Produzent für das Produkt, das er zu Markte bringt, den höch- 
sten Preis und damit Gewinn erstrebt, den er dafür erhalten kann 
... ich behaupte, daß der Produzent ‚nach dem höchsten Gesamt- 
gewinn‘ für seine Leistung oder bezogen auf seine Leistung — 
auf eine bestimmte Leistung strebt.“ Nun, das ist sinngetreu 
meine eigene These, daß „die Konkurrenten über das Mittel des 
möglichst hohen Preises das Endziel des möglichst hohen Ein- 
kommens erstreben“. Denn „Gesamtgewinn“ während einer be- 
stimmten Periode ist eben — Einkommen. Und so ist es durch- 
aus im Sinne meiner Auffassung, wenn Amonn schreibt: „Das 
Streben des Produzenten nach dem höchst erreichbaren Preis für 
sein Produkt kann man — mit einer gewissen Einschränkung — 
als die allgemein gültige und alles beherrschende Kraft 
gelten lassen . .. die Marktwirtschaft ist ein System antagonistischer 
Kräfte, die, jede für sich, den höchsten Preis für ihre Leistungen 
oder — allgemeiner ausgedrückt — die bestmögliche Verwertung 
ihrer Leistungen im Preiskampf zu erzielen sucht"). 
Damit sind wir, ich wiederhole es, in dem entscheidenden 
Punkte vollkommen einig. Auch die von Amonn erwähnte Ein- 
schränkung dürfte keine Schwierigkeiten machen. Er schreibt im 
Anschluß an den soeben analysierten Satz, worin er das Streben 
der Produzenten nach dem möglichst hohen Preise ihrer Produkte 
als „die die Tauschwirtschaft beherrschende Kraft“ bezeichnet: „Die 
einzige bewegende Kraft ist auch dieses Streben nicht, sondern 
es gibt noch andere.“ 
Offenbar denkt Amonn hier an die „nichtwirtschaftlichen“ 
Motive, aus denen heraus Produzenten unter Umständen auf die 
1) Diese Einigung wird im Augenblick noch ein wenig verdeckt durch ein Miß- 
verständnis Amonns, das mit einem Worte zu beseitigen ist. Er glaubt, mein 
„Streben auf das höchste Einkommen“ bedeute so etwa jenes „zügellose Gewinnstreben‘‘, 
das man so gern dem homo sapiens lombardstradarius nachsagt. Ich habe nie daran 
gedacht, wie mein Wortlaut zeigt. 
dm
	        
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