120
bandes in etwa 10 verfchiedenen Ortfdhaften der Eifel und in der Umgegend
von Cöln untergebracht wurden, fodaß im ganzen 1445 Kinder unter Auf
ficht ihrer ehrenamtlichen Reifebegleiter und Begleiterinnen fröhlich ihrer
Ferienheimat entgegenfuhren. Die Reifehoften in Höhe von Mk. 6000.—
trug die Wohlfahrtzentrale, der von einem hinderfreundlichen Geber für
diefen Zwech Mh. 2000.— befonders zur Verfügung geftellt waren. —
Leider mußten 81 Kinder vor Ablauf der ganzen Zeit zurüchhehren; die
übrigen durften die volle Wohltat eines fünfwöchentlichen Landaufenthaltes
bei befter Verpflegung genießen.
Und wie die Kinder verpflegt worden find, davon zeugten am beften
die frifchen Bachen und ftrahlenden Augen der Zurücbgehehrten und die
Gewichtszunahmen. Nicht in allen Fällen war es möglich, die Kinder gleich
nach der Ankunft von der Reife zu wiegen. Wo es aber gefchehen ift,
da wurden audi Gewichtszunahmen feftgeftellt, — als mindefte 3 Pfund,
als höchfte 20 Pfund, im Durchfchnitt 10—12 Pfund. Und die Güte der
freundlichen Wirte konnte (ich oft mit der trefflichen Verpflegung nodi
nicht genug tun; von Kopf bis zu Fuß neu gekleidet kehrten viele der
Kinder zurück, alle wohl ausnahmslos mit reichlichen Gaftgefchenken beladen.
Die wachsenden Sdiwierigkeiten ausreichender Ernährung in der Groß-
ftadt liefen es audi im fahre 1917 wünfchenswert erfcheinen, frühzeitig an
die Ausfendung der Kinder zu denken und fie vom Frühjahr an,
möglichft bis nach Einbringung der neuen Ernte, auf dem Lande zu la|jen.
Rund 1000 Werbebriefe wurden an Landratsämter und Geiftliche verfandt.
Den Erfolg geben die nachftehenden Zahlen wieder:
1640 Kinder konnten feitens des Nationalen Frauendienftes ausgefandt
werden und zwar fanden diefelben freundliche Aufnahme, zum Teil unent
geltlich, zum Teil gegen eine Vergütung von Mk. 0.50 für den Tag in
2 Orten im Großherzogtum Oldenburg, 3 Orten in Weftfalen, 8 Orten im
Rheinland, in Pyrmont in Waldeck, in 22 Orten in Oberhelfen, 30 Orten in
Rheinheffen, 8 Orten im Herzogtum Coburg.
35 ehrenamtliche Helfer und Helferinnen, größtenteils aus Lehrer-
kreifen, übernahmen die Begleitung der Kinder. In verfchiedenen Fällen war
längeres Verbleiben einer Auffichts- und Mittelperfon notwendig, je nach
den fidi ergebenden Schwierigkeiten für 2—14 Tage. Wiederholt wurden
in fchwierigen Fällen Vertrauensperfonen zur perfönlichen Löfung irgend
welcher Verwicklung ausgefandt. Diefe Notwendigkeiten ergaben (ich be
fonders aus der Verfchiedenheit in der Regelung der Lebensmittelverforgung,