1V. Das Jch als Massenteilchen !
die Schule noch längst nicht die Rolle, die es da spielen sollte. Nur
wenn jedes Ich, mit andern für das Leben unentbehrlichen Dingen,
auch lernt, wie es eine Zeitung zu lesen habe, wird es dem Aber-
glauben entsagen, als müßte die Zeitung just so sein, wie sie ihm
in die Hand gedrückt wird ~ wird es andererseits von der Zeitung,
nichts verlangen, was sie ihrem Wesen, ihrer Aufgabe im Leben
der Volksgemeinsschaft nach gar nicht leisten kann.
2. Die Partei
Die Summe der Massenteilchen, die sich um eine Zeitung zur
Masse ihrer Leserschaft zusammenballen, ist zwar notdürftig gleich-
gerichtet im Denken und Wollen, aber sie ist darum, als Masse,
noch nicht handlungsfähig. Um den Anforderungen des öffentlichen
Lebens gegenüber handlungsfähig zu werden und zu bleiben, schließen
sich die Massenteilchen noch enger als in der Leserschaft ein und
derselben Zeitung zusammen in der Partei. In der Partei und
durch die Partei stellt das Ich dem Staate seine persönliche Er-
fahrung und seinen politischen Willen zur Verfügung. Es ist im
Staate von heute nicht damit getan, daß das Ich seinen Beitrag zu
den Unkosten der Staatsverwaltung in Gestalt von Steuern ent-
richtet, der Staat fordert von jedem Ich auch noch einen Beitrag
zu den geistigen Unkosten seiner Leitung und Verwaltung, und
dieser Beitrag wird durch Zwischenorgane, eben die Parteien, ein-
kassiert.
Die Gesamtsumme der im Staate vereinigten Massenteilchen
vermag durch den Staat nur nach außen hin handelnd aufzutreten,
als Staatspersönlichkeit. Damit die Masse auch nach innen mit-
bestimmend einwirken könne, muß sie gegliedert sein. Nach außen
hin steht die Gesamtmasse als Staatsperssönlichkeit andern Staats-
persönlichkeiten gegenüber, mit denen sie in Verkehr, freundschaftlich
oder feindlich, in Gedanken- und Güteraustausch oder in den Aus-
tausch von Zerstörungsmitteln, treten kann. Nach innen sollte ein feind-
seliger Austausch von Zerstörungsmitteln nicht in Betracht kommen.
Den Warenaustausch vermittelt die private Wirtschaft ~ wie sie
selbst behauptet, dann am besten, wenn der Staat sich möglichst
wenig darum kümmert. Bleibt der Gedankenaustausch zum all-
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