Bedeutung. Anforderungen und Schwierigkeiten 109
zugleich mit ihr und unzählbarer Reichtum war in ihren
Händen“ usw. (Weisheit 7, 8—11).
Auch mit Rücksicht auf die Hochschulseminare kommt
der wissenschaftlichen Abhandlung eine ganz besondere
Bedeutung zu, und zwar zunächst schon aus naheliegenden
praktischen Gründen, weil die sogenannten Hausarbeiten
der Lehramtskandidaten und die Dissertationen der Be-
werber um den Doktorhut zu dieser Art von wissenschaft-
lichen Arbeiten gehören. Außerdem wird der Zweck der
Seminare, eine formgerechte tiefere Fachbildung und An-
leitung zu literarischer Produktivität zu gewähren, durch
kein anderes Mittel besser erreicht als durch diese Übung.
Mit Recht wird daher auch insbesondere seitens der Semi-
nare der größte Wert auf diese Art der Arbeit gelegt, und
zwar in so hohem Maße, daß darin eher zuviel als zu-
wenig geschieht (vgl. n. 5, 2 p. 73 f).
38. Anforderungen und Schwierigkeiten. Schon
der Begriff der wissenschaftlichen Abhandlung zeigt, daß
sie hohe Anforderungen zu erfüllen und deshalb auch nicht
geringe Schwierigkeiten zu überwinden hat.
1. Gleich an der Schwelle und noch vor dem Beginn
der eigentlichen Arbeit fordert schon die Wahl des
Themas besondere Rücksichten und bereitet einiges Kopf-
zerbrechen; denn nicht jeder Gegenstand eignet sich für
den Zweck einer wissenschaftlichen Abhandlung, wie bereits
kurz bemerkt wurde.
2. Ist die Wahl glücklich getroffen, so ist es die
nächste Aufgabe des Arbeiters, den Stoff zu sammeln:
denn aus nichts wird auch nichts. Daher heißt es jetzt, die
rechten Quellen kennen und benutzen und in der rechten
Weise sein Material sammeln, ohne sich bei der Lektüre
und beim Studium auf unfruchtbaren Irrwegen zu
verlieren.
3. Hand in Hand mit dem Sammeln sollte auch schon
das Verarbeiten des Stoffes gehen, wenigstens in-
sofern die Kritik der Quellen und des Textes überall ein-