Full text: Wissenschaftliches Arbeiten

Bemerkungen für die Praxis a1 
daß man sich über die bisherigen Leistungen auf einem 
bestimmten Gebiete einen ungefähren Überblick verschafft 
hat und daraus weiß, wo man mit der eigenen Arbeit er- 
folgreich einsetzen kann. In der Regel wird man aber viel 
schneller und sicherer zu einem guten Urteil darüber ge- 
langen, wenn man den Rat eines erfahrenen Mannes ein- 
holt, der selbst mit dem wissenschaftlichen Leben in naher 
Fühlung steht und die Bestrebungen auf diesem oder jenem 
Gebiet seit Jahren verfolgt hat. 
2. Um auch selbst etwas Umschau halten zu können, 
ist es dienlich, vor. allem in dem Gebiete, für das die 
meisten Gründe uns zur Mitarbeit einladen, ein gutes 
Handbuch sowie die wissenschaftlichen Jahres- 
berichte der letzten Jahrzehnte zu durch- 
mustern. Wir ersehen daraus allmählich, welche Ge- 
genstände im Vordergrund des Interesses gestanden haben 
und stehen, und werden auch schon bald auf die eine 
oder andere Frage aufmerksam, die eine weitere Bearbei- 
tung zu verdienen scheint. 
Zur ersten Orientierung kann diese Durchmusterung 
der einschlägigen Handbücher und Jahresberichte ein gutes 
Mittel sein. 
3. Zu einem klaren Urteil über die verschiedenen 
etwa in Frage kommenden Stoffe wird man dann gelangen 
können durch das Studium der neueren Veröffent- 
lichungen, die sich mit dem fraglichen Gebiete be- 
schäftigen. Vergleicht man dazu die wichtigeren fach- 
männischen Besprechungen solcher Schriften in den wissen- 
schaftlichen Zeitschriften, so wird man nicht selten manch 
guten und wertvollen Fingerzeig finden. Auch die Artikel 
über die betreffende Frage in den fachwissenschaftlichen 
Realenzyklopädien sowie bibliographische Repertorien wer- 
den dazu dienen können, den Überblick über die bisherigen 
Behandlungen der mit einem "Thema in Verbindung stehen- 
henden Gegenstände zu vervollständigen. 
H. Vaihinger gibt in dieser Beziehung den Forschern einen Wink, 
der auch für Studierende praktisch sein kann: „Im übrigen läßt sich 
1.
	        
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