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Im Jahre 1767 hatte die Dreieinigkeitskirche einem ge-
wissen Abraham Mortier gegen eine jährliche Gesamtrente
von 269 Dollar auf neunundneunzig Jahre einen Streifen
Landes vermietet, der 465 Parzellen in der Gegend der
heutigen Greenwich-, Spring- und Hudson-Straße umfaßte.
Mortier benutzte ihn als Landsitz bis 1777, wo das Parla-
ment von New York auf Initiative von Burr eine un-
heimliche Neugier entwickelte, was die Dreieinigkeits-
kirche mit ihrem Einkommen mache. Das war den
frommen Kirchenältesten höchst peinlich, denn man hegte
allgemein Verdacht, daß sie Frömmigkeit und Geschäft
in etwas anfechtbarer Weise verquickten. Damals be-
schränkte das Gesetz das Einkommen der Dreieinigkeits-
kirche aus ihren Gütern auf 12000 Dollar jährlich. Eine
Untersuchungskommission wurde eingesetzt, unter dem
Vorsitz von Burr.
Wie Astor sich einen Pachtvertrag sicherte
Burr dachte gar nicht daran, eine Untersuchung einzu-
‚eiten. Warum? Er erschien bald mit einer Zession von
Mortiers Pachtvertrag auf sich selbst. Sofort lieh die
Manhattan-Bank ihm 38 0oo Dollar, wobei er den Pacht-
vertrag als Sicherheit hinterlegte. Als er dann infolge
seines Duells mit Hamilton aus dem Lande fliehen mußte,
erschien Astor auf dem Plan und nahm ihm den Pacht-
vertrag ab, wofür er 32 000 Dollar gezahlt haben soll. Auf
jeden Fall war dieser höchst wertvolle Pachtvertrag jetzt
in seinen Händen. Er gab ihn sofort parzellenweise in
Unterpacht, und da die Stadt schnell wuchs und der ganze
Streifen sich mit Menschen und Häusern bedeckte, wurde
die Pachtung zu einer Quelle großer Einkünfte für ihn und
seine Erben. Als Lutheraner konnte Astor nicht Kirchen-
ältester der Dreieinigkeitskirche werden; wie aber nebenbei
bemerkt sei, verstand einer der Kirchenältesten, Anthony
Lispenard, Frömmigkeit und Geschäft so harmonisch zu
verbinden, daß er seinen Erben Millionen durch die
bloße "Tatsache verschaffte, daß er 1779 als Kirchen-
ältester einen 83jährigen Pachtvertrag für 81 Parzellen