Full text: Wissenschaftliches Arbeiten

; Studium und Lektüre 
muß, wird auch jeder Arbeiter in der Praxis seinen eigenen 
Weg sich suchen müssen. Es läßt sich daher auch kein 
einheitlicher Wegweiser aufstellen, der einem jeden die 
Richtung und den besonderen Pfad anzeigen könnte, um 
zum erstrebten Ziele zu gelangen. Wohl aber können 
einige Bemerkungen für die Praxis dazu behilflich sein, den 
einzuschlagenden Weg leichter zu finden. 
1. Der erste Schritt auf dem Wege wird in der Regel 
darin bestehen, daß man sich eine Übersicht über die 
einschlägige Literatur zu verschaffen sucht. 
Die allgemeinen und besonderen bibliographischen 
Hilfsmittel werden diesen ersten Schritt erleichtern. Unter 
diesen werden die besseren Kirchen- und Konversations- 
lexika und Encyklopädien namentlich dem Anfänger für 
die erste Orientierung oft gute Dienste leisten können. So 
sehr eine „Wissenschaft“ zu bedauern wäre, die bei ihrem 
Studium nicht über derartige bequeme Nachschlagewerke 
hinauskäme, ebensowenig würde eine Arbeitsweise zu loben 
sein, die an solchen unentbehrlichen Hilfsmitteln hochmütig 
vorüberginge. 
Für den Umfang und die Auswahl der Literatur ist das 
Thema der Arbeit ausschlaggebend. Wie die genauere Um- 
grenzung dieses Themas so wird sich auch die nähere Be- 
grenzung der in Betracht kommenden Quellensehriften zum 
Teil erst im Laufe der Arbeit ergeben. Es ist daher nicht 
ratsam, gleich im Anfang allzuviel Zeit und Mühe auf 
eine möglichst vollständige Zusammenstellung der gesam- 
ten Literatur zu verwenden. Die eigentliche Sammelarbeit 
hat alsbald zu beginnen, nachdem man sich über seine 
Aufgabe und die wichtigeren Quellenwerke klar geworden 
ist. Die. wünschenswerte Vollständigkeit in Benützung der 
Quellen wird sich im Verlauf der Arbeit allmählich er- 
reichen lassen. 
2. Nachdem man sich durch eine erste Orientierung 
eine Übersicht über den Stand der Frage, die Quellen und 
die wichtigeren Bearbeitungen verschafft hat, muß man 
zuerst an das Studium der eigentlichen Quellen- 
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