Gegenstand 1
Hingegen darf man sich bei selteneren und schwer zu-
gänglichen Werken die Mühe längerer Auszüge nicht ver-
drießen lassen. Bei diesen wird. man möglichst alles für
den eigenen Zweck Brauchbare aufzeichnen und der Stoff-
sammlung einverleiben.
A. Für die Aufzeichnungen eignen sich im allgemeinen
die verschiedenartigsten Gegenstände. Literatur-
angaben sind in der Regel sehr wertvoll, besonders über
solche Fundorte, ‚auf die man durch die allgemeinen Hilfs-
mittel nicht so leicht aufmerksam wird, wie gelegentliche
Bemerkungen und Ausführungen in Büchern und Zeit-
schriften, die scheinbar dem Gegenstand unserer Arbeit
ferne stehen, oder aus solchen Gebieten, die erfahrungs-
gemäß von der fachwissenschaftlichen Bibliographie weniger
berücksichtigt werden. Eine kurze Zusammenfassung der
Ergebnisse und Beweise eines Buches nebst Angabe des
Werturteils, das man bei der Lesung desselben sich ge-
bildet hat, wird oft nützlich sein. Beobachtungen über die
Vorzüge und Nachteile der Disposition und des Beweis-
ganges sowie auch der Darstellung und der äußeren Form
einer Schrift können als Winke für die eigene Arbeit einen
Platz in der Stoffsammlung verdienen.
Von Einzelheiten sind besonders solche Gedanken zu
beachten, die einen mehr als gewöhnlichen Eindruck machen
und tiefer in das Verständnis eines Gegenstandes einführen
können. Auch an dem Schmuck der Darstellung, schönen
Bildern und Vergleichen, packenden Beispielen und mar-
kigen Sentenzen wird man nicht achtlos vorübergehen.
Die Hauptsache bei dem Gegenstand der Stoffsamm-
lung bleibt aber stets, das für den eigenen Zweck dien-
liche Tatsachenmaterial möglichst lückenlos aus den besten
Quellen zusammenzutragen.
‚5. Entsprechend dem allgemeinen Begriff der wissen-
schaftlichen Quellen wird man auch dem Gegenstande der
Kollektaneen nicht die engen Grenzen von kKkür-
zeren oder längeren Auszügen aus alten und neuen
Schriftwerken bestimmen dürfen. Wie man bei einer ge-
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