Gegenstand. Form der, einzelnen Aufzeichnungen 167
einzelnen Aufzeichnungen sehen wir zuvörderst. noch ab
von der Einrichtung und .Ordnung der ganzen Stoffsamm-
lung. Wir haben hier bloß jene Punkte im Auge, die bei
jeder Art der Anlage Beachtung verdienen.
1. Das Haupterfordernis hinsichtlich der Form der ein-
zelnen Aufzeichnungen ist peinlichste Genauigkeit.
Wer sich nicht von vorneherein beim Sammeln des
Stoffes an diese edle und allen erreichbare Standestugend
des wissenschaftlichen Arbeiters gewöhnt, wird sie später
nie mehr erwerben. Sie ist eben eine Sache langer Ge-
wöhnung, eine Frucht ernster Schulung, die uns nicht im
Verlauf der Arbeit von selbst in den Schoß fällt. Nur
wer den Feigenbaum pflegt, kann gute Frucht von ihm
erwarten. ;
Wir werden uns später eingehender mit dieser edlen
„Akribia“ zu beschäftigen haben. Denn sie tritt erst bei
der Darstellung des gesammelten Stoffes auf das eigentliche
Feld ihrer Wirksamkeit und kann daher bei der Behandlung
dieses späteren Abschnittes einen Ehrenplatz beanspruchen.
Hier mag der Hinweis darauf genügen, daß auch die ein-
zelnen Aufzeichnungen für die Kollektaneen den Stempel
peinlichster Genauigkeit tragen müssen. Die größere Mühe,
die damit namentlich im Anfang verbunden ist, die aber
später kaum noch als Mühe empfunden wird, bringt sicher
dreißig- und sechzig- und hundertfältige Frucht.
2. Aus dieser Hauptforderung ergibt sich im einzelnen
als erste notwendige Eigenschaft jeder‘ Aufzeichnung, daß
sie die sachliche Bemerkung mit allen nötigen
Angaben klar und bestimmt enthalte.
Ob die Bemerkung die Form eines eigentlichen Zitates
oder eines zusammenfassenden Auszuges oder eines kurzen
Hinweises haben soll, muß aus der Beschaffenheit des
Gegenstandes und seiner näheren :oder entfernteren Be-
ziehung zum Thema, aus dem Wert und der Bedeutung
der Quelle und aus. der größeren. oder geringeren Zugäng-
lichkeit derselben entschieden werden.