Full text : Wissenschaftliches Arbeiten

Einrichtung und Ordnung der Stoffsammlung 1.1
dem früher angeführten Beispiel von einem seiner Bekannten
 („librum grandi volumine ‚doctrinae omnigenus‘,
ut ipse dicebat, ‚praescatentem‘“)!). Der ältere Plinius hinterließ
 seinem Neffen eine Kollektaneensammlung von 160
Bänden, deren Blätter auf der Vorder- und Rückseite ganz
enge beschrieben waren, so daß man füglich die doppelte
Zahl angeben könnte?).
Die späteren Autoren, die sich ausführlicher mit der
Anlage von Exzerptensammlungen und der Anleitung dazu
befaßten, setzen in der Regel auch die gleiche Heft- oder
Buchmethode voraus. So geben z. B. Vives, Possevino, Sacchini,
 Drexel, Morhof, Mabillon, Jouvancy, Weitenauer zwar
verschiedene Arten der Einteilung und Einrichtung der
Sammlung an; sie gehen ‚aber alle von der Heft- oder
Buchform als der allgemein üblichen aus.
a) Die ursprünglichste Form dieser Heftmethode bestand
in der einfachen Aneinanderreihung der einzelnen Aufzeichnungen
 in einem Hefte oder Buche. Durch das Schlagwort,
 das am Rande bei jeder Eintragung seinen Platz
erhält, wird die Möglichkeit einer leichteren Übersicht geboten.
 Um das Auffinden der gesuchten Bemerkungen
noch mehr zu erleichtern, wird ein sorgfältiges alphabetisches
 Register über die Schlagworte angelegt, das gleichzeitig
 mit den neuhinzukommenden Eintragungen oder
doch von Zeit zu Zeit durch Nachträge vervollständigt
werden muß. Statt dieses alphabetischen Verzeichnisses
empfiehlt Francesco Sacchini, ein zweites Heft anzulegen,
das nach bestimmten Abschnitten und Fächern eingeteilt
ist, um in demselben alles das in guter sachlicher Ordnung
unterzubringen, was im ersten Heft nur der zeitlichen
Reihenfolge der Aufzeichnungen nach bemerkt war’).
‘) Aulus Gellius, Noctes Att. 1. 14 c. 6, 1.
*) C. Plinius Caec. Sec., Epist. 3, 5: „Electorum commentarios
centum sexaginta mihi reliquit, opisthographos quidem et minutissime
scriptos: qua ratione multiplicatur hic numerus“.
3) Fr. Sacchini, De ratione libros cum profectu legendi, in: Bibliothek,
 f. kath. Pädagogik 10, 182.

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