. Kollektaneen
nicht um wissenschaftliches Arbeiten handelt. Sobald dieses
in Frage kommt, dürfte allein die Zettelmethode dauernd
sich bewähren. Sie schließt aber keineswegs aus, daß man
z. B. für zusammenhängende Exzerpte sich auch der Hefte
bedient; nur wird man dann einen Hinweis auf den Inhalt
dieser Exzerpte oder auch ein vollständiges Register dazu
auf einzelnen Zetteln unter die Zettelsammlung verteilen.
2. Die Zettelmethode. Schon Vinzenz Placcius
handelte im Jahre 1689 in seinem Werke „De arte excerpendi.
Vom gelehrten Buchhalten“ ausführlich über das
Exzerpieren auf Zetteln!). Es scheint aber diese Art der
Stoffsammlung in früheren Zeiten wenig Anklang gefunden
zu haben. KEinstweilen blieb die Heft- und Buchmethode
überall vorherrschend. Eine Änderung trat erst im neunzehnten
Jahrhundert ein, wohl veranlaßt durch den großartigen
Aufschwung, den die positive wissenschaftliche
Forscherarbeit in dieser letzten Zeit genommen hat. Heute
„wird allgemein die Zettelmethode bevorzugt. Sie bietet
nach dem Urteil aller, die sie praktisch erprobt haben, die
größten Vorteile“?).
Freilich muß sich auch bei dieser Methode ein jeder
den seinen besonderen Wünschen und Bedürfnissen vollkommen
entsprechenden Weg selbst durch eigene Übung
und Erfahrung suchen. Und wer ernstlich sucht, der findet.
Gewisse gemeinsame Punkte können aber auch hier die
Richtung des Weges angeben und das Suchen erleichtern.
a) Zuvörderst muß man zwei Größen der Zettel
unterscheiden. Die erste dient für zusammenhängende Auszüge
und alle längeren Aufzeichnungen; die zweite ist für
kurze Notizen bestimmt. Nach Umständen kann auch bei
den kleineren Zetteln ‚durch Zahlen oder Buchstaben die
Reihenfolge äußerlich kenntlich gemacht und die Fortsetzung
einer längeren Bemerkung auf mehreren Zetteln er-2)
Vinz. Placcius, De: arte excerpendi c. 2 sectio 5 p. 68—73:
De schedis excerptorum.
2) J. M. Besse, Les etudes ecclesiastiques d’apres la methode de
Mabillon? 99.
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