3 Die Beurteilung der Quellen
zeichens wird von anderen ein <so> oder <sic> im gleichen
Sinne verwendet.
Doch wird von anderen die völlige Unterlassung derartiger
Bezeichnungen befürwortet.
Für die vorstehenden Bemerkungen wurden besonders die Ausführungen
von F. Stieve und jene von 0. Stählin henützt; vgl. die zu
Anfang dieses Kapitels p. 206 f angegehene Literatur.
Im Interesse der sehr wünschenswerten Einigung hinsichtlich der
Anwendung dieser Zeichen, die K, Krumbacher und OÖ. Stählin mit
Recht als ein dringendes Desideratum der wissenschaftlichen Arbeit
bezeichnen, sind die Angaben der ersten Auflage nach den Darlegungen
0. Stählins ergänzt und teilweise geändert worden.
Was außer der eigentlichen Textgestaltung noch für die Herausgabe
selbst zu tun ist, soll im 5. Abschnitt über die Veröffentlichung der
wissenschaftlichen Arbeit zur Sprache kommen.
65. Glaubwürdigkeit und Wahrheit des Textes.
Die Beurteilung der Quellen muß durch die Bestimmung
ihres Wertes, ihrer Glaubwürdigkeit und Wahrheit ihren
Abschluß finden. Eine eingehende Behandlung des ganzen
Gegenstandes müssen wir den ausführlichen Lehrbüchern
der historischen Methode überlassen. Einige allgemeine
Gesichtspunkte lassen sich aber auch für jede wissenschaftliche
Arbeit aus dem Gebiet der geschichtlichen und der
sprachlichen, der juridischen wie der theologischen Studien
ins Auge fassen.
Es handelt sich bei dieser Untersuchung hauptsächlich
um die Frage: Welcher Wert kommt dem Zeugnis
einer Quelle über eine zu unserem Thema gehörige
Tatsache zu? Wir müssen darüber durch Prüfung
der äußeren und inneren Kriterien zu einem Urteil zu
gelangen suchen. Da bei diesen Studien größtenteils schriftliche
Quellen in Betracht kommen, müssen wir diese auch
vorzüglich berücksichtigen.
1. Äußere Kriterien. Als äußere Kriterien haben
wir zunächst a) die Zeugnisse über den Wertder
Quellen zu beachten. Liegen uns von kompetenter Seite
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