Full text : Wissenschaftliches Arbeiten

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Glaubwürdigkeit und Wahrheit des Text*s “3 7 4 >
NA 7 f
Tatsachen oft ein gutes Mittel zur weiteren \eröfung der Sr
Glaubwürdigkeit eines Berichtes. Sn * fiel x
3. Trotz aller Sorgfalt und Mühe wird man dochnieht
immer zu einem sicheren und abschließenden Urteil über
eine Quelle gelangen können. Man muß sich dann damit
bescheiden, die größere oder geringere Wahrscheinlichkeit
der einander gegenüberstehenden Gründe zu Kkonstatieren,
oder vielleicht auch auf ein „non liquet“ zu erkennen. Gerade
 in derartigen Fällen hat man, wie Charles de Smedt
mit Bezug auf das Verständnis der Texte treffend bemerkt!),
 einen fast untrüglichen Prüfstein für den Wert
eines Kritikers: „S’il est mediocre, il ne manquera pas de
s’attacher arbitrairement et avec une sorte d’acharnement
au sens le plus favorable a l’opinion vers laquelle le portent
 ses affections ou ses prejuges, et il croira avoir tout
fait lorsqu’il sera parvenu ä 6tablir qu’ on ne peut demontrer
 avec certitude la faussete ni meme |’improbabilite relative
 de ce sens. Le critique. serieux se gardera bien de
semblables exces. Il conviendra loyalement de ]l’ ambiguite
du texte, quelqgue avantage qu' il puisse en retirer pour
confirmer ses idees favorites, ou, s’ il se prononce en faveur
 d’une interpretation determine, ce sera parce que
cette interpretation est appuyee sur des raisons extrinseques
 bien solides: si non, il se contentera de signaler la
probabilite du sens vers lequel il incline, en attendant que
le temps et l’ etude apportent de nouvelles lumieres pour
le definir plus exactement“.
Bei Quellen, die'sich auf die Religion und ihre Geschichte beziehen,
 gehen die Kritiker je nach ihrem verschiedenen Standpunkt in
der Regel am weitesten auseinander. Es ist dies immer wieder ein
neuer Beweis für die große Macht der vorgefaßten Meinungen und für
den yroßen Kinfluß, den die Richtung des menschlichen Strebevermögens
 au! die Verstandestätigkeit ausübt.
Ein Hauptgrund für diese Meinungsverschiedenheiten liegt namentlich
 in dem wunderbaren Charakter vieler für die Religionsgeschichte
wichtiger Ereignisse, Die Mehrzahl unserer heutigen Kritiker steht dieser
Wunderfrage ablehnend gegenüber. Allerdings rühmt man es als „einen
') Ch. de Smedt, Principes de la eritique historique 115 f,
            
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