305 Die Abkürzungen
zungen dem Leser für die Lektüre und das Studium mit
auf den Weg zu geben. Die Menge der neuen Zeichen
und Siglen macht die Lesung beschwerlich und bewirkt
Ermüdung und Überdruß.
Wenn es sich nur um das Weglassen von einem oder
zwei Buchstaben handelt, wird die Abkürzung im allge-
meinen besser vermieden.
Auch hinsichtlich der vielfach noch herrschenden Abkür-
zungsmode sind es recht beherzigenswerte Worte, mit denen
Karl Krumbacher seine „Miszellen zu Romanos“ beschließt:
„Wer heute publiziert, wendet sich in einem ganz anderen
Grade an Fachgenossen aller Kulturnationen als noch vor
kurzem und er muß daher gerade in allen formalen und
technischen Dingen auch auf sie Rücksicht nehmen. Wir
müssen aber auch an die nachkommenden Geschlechter
denken; wenn dem in allen Äußerlichkeiten herrschenden
Schlendrian nicht bald energisch gesteuert wird, dürfte die
Benützung unserer gelehrten Werke und Zeitschriften ein
paar Jahrzehnte nach ihrem Erscheinen mit ungeahnten
Schwierigkeiten verbunden sein“%).
4. Insbesondere sollte auch für die Bezeichnung
der Zeitschriften und Sammelwerke außerhalb
der bibliographischen und enzyklopädischen Veröffent-
lichungen mit der üblichen Mode der Initialen - Siglen ge-
brochen worden. Man kann mit Recht verlangen, daß die
Bezeichnung dieser Schriften in den wissenschaftlichen Ab-
handlungen und gelehrten Werken dem Leser auf den ersten
Blick verständlich sei. Gerade die Rücksicht auf die Fach-
genossen aller Kulturnationen und auf die nachkommenden
Geschlechter, von der K. Krumbacher spricht, und selbst
die Rücksicht auf gar manchen Leser, der sich für einen
Gegenstand interessiert, ohne daß ihm die Spezialliteratur
eines bestimmten Faches geläufig ist, sollte den wissen-
schaftlichen Arbeiter bestimmen, der kleinen Mühe einer
deutlicheren und leichter verständlichen Bezeichnung sich
1) K. Krumbacher, Miszellen zu Romanos 135,
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