Art und Weise 265
(2302) unbesehen unter Änderung von 27 in 37 herübergenommen
wurde. Richtig müßte es heißen: 1, 276 —91 und 3, 87—100.
GG. WCissow>a bemerkt über die Zitate in Andre Baudrillart, La
religion romaine? (Science et religion, Paris, Bloud): „Zitate wie Pers.
5,502 (S. 22,1; die Satire hat nur 191 Verse; gemeint ist 5, 31) oder
Cie. Ad alt. 519 (so S. 28, 4; lies ad Att. V 9, 1) zeigen, daß sie weder
aus erster Hand stammen, noch vom Verfasser nachrevidiert sind“,
(Lit. Zentralblatt 61 [1910] 210).
Derselbe Kritiker bemerkt vorher über die Auswalıl der Zitate in
der gleichen Schrift: „Die unteren Ränder der Seiten sind durch eine
Anzahl Verweisungen auf Stellen alter Autoren und neuer Schriftsteller
verziert, wobei man sich vergeblich den Kopf zerbricht, welche Er-
wägungen die Auswahl bestimmt und zB. der ganz veralteten Arbeit
von C. Seidel, De saltationibus sacris veterum Romanorum (1826) oder
@. F. Ungers von Grund aus verfehltem Aufsatze über die Lupercalien
die Ehre einer Erwähnung verschafft haben, während 100 andere eben-
falls bei Marquardt angeführte Einzeluntersuchungen übergangen
werden“ (ebd.).
Nur halb genügt den notwendigen Anforderungen das Verfahren,
das zB. Francois Martin beobachtet in seinem Werke: Le livre de
Henoch (Paris 1906) S. LXIII Anm. 4 Er bemerkt daselbst, daß die
Schrift von Murray, Enoch restitutus, in keiner Pariser Bibliothek zu
finden sei, und fügt bei: „et quelques aulres, V. g. CEUX de Köstlin,
Wittichen, Thompson etc.“; deshalb zitiere er diese Schriften nach
den Angaben von A. G. Hoffmann, Charles und Clemen. Gegen das
Vorgehen als solches ist natürlich nichts einzuwenden. Aber den he-
rechtiglen Forderungen der wissenschaftlichen Akribie ist nicht Genüge
geleistet, wenn man von den nach den Angahen anderer zitierten
Werken beispielsweise drei nennt und die übrigen mit einem undefinier-
baren „etc.“ einbegreift, dessen Inhalt anderswo nicht näher bestimmt
wird. So wirft dieses „etc.“ einen Schalten auf die im übrigen recht
sorgfältige Quellenbenutzung des Autors,
Vgl. auch Chr. Rupprecht, Bibliographische Genauigkeit, in:
Zis. f. Bücherfreunde 12 (1908) 40—3; 0, Stählin, Editionstechnik 422;
P. W. Schmiedel in: G. B. Winer, Gramm. d. neutest. Sprachidioms
(Göttingen 1894) p. IX.
9. Eine Anwendung der gleichen Regel ist die For-
derung, auch die eigenen Zitate bei der Druck-
legung oder bei einer Neubearbeitung einer
sorgfältigen Nachprüfung zu unterziehen. Nur
zu leicht schleichen sich auch gegen unseren Willen und
ohne unser Zutun gerade in die Zitate Schreib- oder
Druckfehler ein.