Full text: Wissenschaftliches Arbeiten

Die Anmerkungen in Textausgaben 235 
b) auf die Zeugnisse (festimonia) d.h. die Zitate, 
Anspielungen, Nachahmungen, die sich in späteren Schriften 
in bezug auf den Text finden. 
c) auf die Parallelstellen, die mit dem Text in 
sprachlicher oder sachlicher Hinsicht sich berühren und 
daher zu seinem Verständnis beitragen können. Mäßigung 
in der Anführung solcher Stellen ist ratsam, zumal wenn 
diese sich schon anderswo ausführlich gesammelt finden. 
Der reichhaltige und wertvolle Schatz von Paralleltexten, den 
J. G. Wettstein in den zwei Folianten seiner Textausgabe 
des griechischen Neuen Testamentes gesammelt hat, braucht 
nicht nochmals in einer Textausgabe seinen Platz zu erhalten. 
d) auf die neuere Literatur, die für das Verständ- 
nis des Textes von Nutzen sein kann. In der Beschränkung 
wird sich auch hier der Meister zeigen. 
e) auf die Erläuterung von dunklen und 
schwer verständlichen Stellen, soweit dies mit 
dem Charakter und Zweck der Ausgabe vereinbar ist. 
Es empfiehlt sich, von diesen fünf Gruppen die beiden 
ersten, nämlich die Quellen und Zeugnisse, in getrennten 
Absätzen zu behandeln; die drei letzten können leichter 
zusammengestellt werden, da sie alle drei unmittelbarer 
der Erleichterung des Verständnisses des Textes dienen 
sollen. Deshalb können sie auch bei Ausgaben, die nur 
die kritische Wiedergabe eines Textes bezwecken, leichter 
ausgelassen werden. 
A. Die textkritischen Anmerkungen sollen die 
Lesarten der verschiedenen Textzeugen geordnet als ap- 
paratus critieus vorlegen. Für diesen textkritischen Apparat 
ist zu beachten: 
a) die Wahl der Siglen für die Textzeugen, 
Soweit es möglich ist, wird man die üblichen Bezeichnungen 
beibehalten müssen. Wo man selbst neue Siglen zu be- 
stimmen hat, nehme man a) für die Handschriften in 
der Regel die Buchstaben des großen lateinischen Alpha- 
betes und suche, soweit es angeht, durch die Wahl des 
Buchstabens das Gedächtnis auf die Handschrift hinzu- 
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