Die Anmerkungen in Textausgaben 287
Spatium; die Varianten zu den einzelnen Zeilen werden
durch die fettgedruckte Zeilenzahl (ohne Doppelstrich ||)
hinreichend geschieden.
y) Das Wort, auf welches sich eine Bemerkung des
Apparates bezieht, muß stets genau angegeben werden;
kommt ein solches Wort mehrmals in der gleichen Zeile
vor, so wird es durch die Exponenten !: ? ® näher bezeichnet.
c) Die Auswahl der Varianten. Im allgemeinen
ist für die Auswahl der Varianten, wie schon früher bemerkt
wurde, die Natur und der Zweck der Arbeit ausschlaggebend.
Jedenfalls muß man es mit Friedrich Blass*) als
dringend wünschenswert bezeichnen, den Apparat möglichst
zu vereinfachen und daher für gewöhnlich nur die selbständigen
Textzeugen zu berücksichtigen, und auch aus
diesen nur das für den Zweck der Arbeit Wichtige mitzuteilen.
Im einzelnen ist zu bemerken: «) Nicht in den
Apparat hinein gehören orthographische Quisquilien,
rein graphische Schwankungen, Verwechslungen
der phonetisch (infolge des Itazismus etc.) identischen
Zeichen, wenn nicht dadurch ein anderes Wort entstanden
ist oder ein Fehler erklärt wird; ferner das v &@e)\xvOTIxöv,
das bewegliche o, Akzent- und Spiritusfehler u. a,
ß) Ebenfalls nicht in den Apparat gehören Bemerkungen
über frühere Ausgaben, wertlose Varianten
und Sonderfehler einzelner Handschriften, verfehlte und
aufgegebene Konjekturen.
y) Hingegen ist es in den meisten Fällen zu empfehlen,
den Apparat nicht bloß negativ, sondern auch
positiv zu gestalten, d.h. nicht bloß für die abweichenden
Varianten, sondern auch für die in den Text aufgenommene
Lesart die Zeugen anzuführen.
d) Die Reihenfolge der Varianten. Hinsichtlich
der Reihenfolge der Varianten kann man ‚«) entweder
von der handschriftlichen Lesart ausgehen (K. Krumbacher),
') Fr, Blass in: Handbuch d. klass, Altert. 1* 286,