Der Titel
100. Eigenschaften eines guten Titels. Die
Eigenschaften eines guten Titels lassen sich mit Franz
Hülskamp in folgende drei Punkte zusammenfassen :!)
1. Kongruenz. Der Titel soll weder zu eng noch
zu weit sein, sondern muß sich mit dem Inhalt möglichst
decken. Ein zu weiter oder zu enger Haupttitel wird auch
noch nicht dadurch entschuldigt, daß er durch den Untertitel
berichtigt wird.
Zur Kongruenz können wir ferner auch rechnen, daß
die Art des Titels der Natur und Beschaffenheit des Themas
der Arbeit und dem Leserkreise entspreche. Eine rein wissenschaftliche
Untersuchung darf auch mit Bezug auf den Titel
nicht mit einem Roman auf „leiche Stufe gestellt werden.
Für eine populärwissenschaftliche Darstellung über den
Vogel und sein Leben wäre der ursprünglich von Bernhard
Altum gewählte Titel: „Teleologische Ornithologie“ viel zu
gelehrt gewesen.
2. Klarheit und Bestimmtheit. Der Titel soll
den ganzen Inhalt möglichst deutlich zum Ausdruck bringen.
Es ist wiederum eine Forderung, die schon an den Haupttitel
allein zu stellen ist. Denn das Buch soll durch seinen
Titel auch dann klar gekennzeichnet sein, wo nur durch
ein Zitat darauf hingewiesen wird; das Zitat muß sich für
gewöhnlich aber mit dem Haupttitel begnügen. Der Untertitel
kann höchstens eine Ergänzung dazu bringen zur
näheren Bestimmung des Zweckes oder des Leserkreises
oder durch Hervorhebung von besonders nützlichen Teilen
oder Beigaben.
3. Einfachheit und Kürze. Möglichst knappe Form
bei völlig entsprechender, klarer und bestimmter Bezeichnung.
des Inhaltes macht den Titel vollkommen. „Ein Titel
muß kein Küchenzettel sein“. Darin wird man wenigstens
Lessing beipflichten können. Ein einziges Wort wie „Schulbibel“
verdient vor der längeren und doch um nichts besseren
Bezeichnung „Biblische Geschichte für die Schule“
selbstverständlich entschieden den Vorzug. Sind mehrere
a ') Fr. Hülskamp in: Lit. Handw. 26 (1887) 451.
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