Full text : Wissenschaftliches Arbeiten

3. Schb 6
überflüssig ist, auf den einzelnen Stationen sich genau umzuschauen
 und alles zu benützen und zu verwerten, was
es dort zu sehen und zu beachten gibt. Je höher die Aufgabe
 ist, mit der sich jede wissenschaftliche Arbeit zu beschäftigen
 hat, je schwieriger oft das Ziel erscheint, durch
Betätigung der eigenen Kräfte an der Förderung der Erkenntnis
 der Wahrheit in möglichst weiten Kreisen mitzuarbeiten,
 desto unabweislicher tritt auch an jeden die Pflicht
heran, alle Mittel zur Erreichung des Zieles wohl ins Auge
zu fassen und nichts gering zu achten, was für die Lösung
der großen Aufgabe dienlich und förderlich sein kann.
Was bei der Themawahl, für das Sammeln und Verarbeiten
 des Stoffes, in der Darstellung und Veröffentlichung
selbst in scheinbar kleinen Punkten zu beachten ist, wird
im Licht des großen Zieles geschaut der Berücksichtigung
nicht unwert erscheinen.
Das große Ziel, durch die eigene Arbeit die Erkenntnis
der Wahrheit zu fördern, wird auch jedem die notwendige
Beharrlichkeit und Ausdauer in der Betätigung seiner Kräfte
geben können. Mag auch ein guter Anfang schon halbes
Werk bedeuten, so führt doch nur diese Beharrlichkeit zur
Krönung des Ganzen, jene glückliche Ausdauer, die aus
Schwierigkeiten sich Mittel zum Werke schafft und in unverdrossener
 Arbeitsfreudigkeit den Grundsatz betätigt:
„Labor omnia vinecit improbus“.
Das große Ziel läßt endlich uns auch mit siegesfreudiger
 Zuversicht des Erfolges der Arbeit froh werden. Denn
echte Wissenschaft wird stets im Dienst der Wahrheit stehen
und deshalb auch stets am Sieg der Wahrheit teilnehmen.

98 ala!
            
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