Full text: Wissenschaftliches Arbeiten

Seminarlokal. Seminarbibliothek 57 
machen endlich einen besonderen Aufbewahrungsraum ganz 
unentbehrlich und müssen aus den angeführten Gründen 
mit dem gewöhnlichen Übungs- und Arbeitsraum in engster 
Verbindung bleiben. 
3. Tatsächlich hat denn auch die Erfahrung überall das 
unabweisbare Bedürfnis eines eigenen Heims für jedes 
Seminar bewiesen und es ist an den meisten Universitäten 
seitens der zuständigen Behörden für solche Seminarlokale 
zum Teil in ganz vorzüglicher Weise Sorge getragen worden. 
Wo dies bislang nicht geschehen, da wird hoffentlich eine 
nicht allzu ferne Zukunft Abhilfe schaffen. 
4. Hinsichtlich der Einrichtung des Seminarlokales werden 
die verschiedenen Bedürfnisse der einzelnen Institute und 
die verschiedenen Wünsche ihrer Leiter und Mitglieder 
maßgebend sein müssen. Im allgemeinen wird es sich 
empfehlen, wenn jedem Seminar wenigstens ein der An- 
zahl der Mitglieder entsprechender Übungs- und Arbeits- 
saal zur Verfügung steht, an welchen sich die Räumlich- 
keiten für die Bibliothek und Lehrmittelsammlung sowie 
für den Seminarkustos anschließen. Im Hauptsaal ‚wäre 
vor allem für geeignete Arbeitstische und Sitze zu sorgen; 
die Wände können einen passenden Platz für einen Teil 
der Karten, Tabellen und sonstiger Lehrmittel bieten, aus 
deren täglichen Anblick sich schon wie von selbst manche 
nützliche Kenninisse dem Gedächtnis einprägen. 
_ 12%. Seminarbibliothek. 1. Was dem Handwerker 
sein Werkzeug, das sind dem Studierenden wenigstens teil- 
weise die Bücher, Daher ist an ein ersprießliches Arbeiten 
In einem Seminar ohne eine ausreichende Bibliothek über- 
haupt nicht zu denken. Lehrer und Lernende würden sein 
wie der Vogel, dem die Flügel zum Fliegen fehlen oder 
allzu stark beschnitten sind. 
2. Allerdings wird eine Seminarbibliothek niemals die 
Benutzüng der Universitätsbibliothek oder einer anderen 
größeren Büchersammlung überflüssig machen. Ebenso- 
wenig kann aber eine derartige öffentliche oder private
	        
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