Seminarbibliothek 39
fürwortet, auf Schritt und Tritt gehemmt und ein Vertrautwerden mit
dem Bücherwesen in noch viel höherem Maße erschwert‘ sein.
3. Die Seminarbibliothek muß nach dem Gesagten in
erster Linie eine Nachschlagebibliothek sein. Daraus
ergibt sich für ihre Zusammensetzung die Hauptregel, daß
zunächst auf die Anschaffung von wichtigeren Textausgaben,
Kommentaren, Handbüchern, bibliographischen, lexikalischen
und anderen Nachschlagewerken zu achten ist. Einzeluntersuchungen
müssen neben diesen und ähnlichen
Werken, die zum gelehrten Handwerkzeug gehören, mehr
zurücktreten. Wichtig wäre es allerdings, auch die hauptsächlicheren
Fachzeitschriften zur Einsicht und leichten Benutzung
auflegen zu können; es wird aber nur dort möglich
sein, wo durch eine ausreichende jährliche Dotation
für die notwendigen Mittel gesorgt ist.
4, Aus dem gleichen Charakter der Bibliothek ergibt sich
auch für die Benutzung eine wichtige und wesentliche
Regel, daß nämlich die Bücher im allgemeinen nur im Seminarlokal
selbst gebraucht werden sollen, wenigstens diejenigen,
welche zu den eigentlichen Nachschlagewerken
gehören. Eine Entlehnung auch nur eines Teiles solcher
Werke würde namentlich bei stark besuchten Seminaren
die Arbeit wesentlich erschweren. Auch für die übrigen
Bücher wird die Entlehnung mit Rücksicht auf den größeren
gemeinsamen Nutzen nach Möglichkeit zu beschränken sein.
Da ein Seminarleiter nur selten in der beneidenswerten Lage sein
dürfte, für alle eigenen und fremden Wünsche hinsichtlich der Bibliothek
ausreichende Mittel zu seiner Verfügung zu haben, so wird es
stets von der größten Wichtigkeit sein, daß auch seitens der Universitätsbibliothek
auf die Bedürfnisse der verschiedenen Seminare tunlichst
Rücksicht genommen werde. So können z. B. große, kostspielige
Quellenwerke, welche ihrer Natur nach dem Interessenkreis eines bestimmten
Seminars angehören und von den Mitgliedern desselben in
erster Linie und fast ausschließlich zu benutzen sind, gegebenen Falls
von‘ der Universitätsbibliothek diesem Seminare zur Verfügung gestellt
werden, Ähnlich könnte es mit teuren Fachzeitschriften geschehen
sowie mit größeren Subskriptionswerken und überhaupt solchen wissenschaftlichen
Publikationen, deren Anschaffung ein bedeutendes jährliches
Budget voraussetzt. Daß sich dabei keinerlei unüberwindliche