Ungleiche Verteilung des Besitzes 77
bis zu 2500 Dollars bei Verheirateten von Steuern befreit
sind, eine Summe, die in diesem Jahre sogar auf 3500
Dollar heraufgesetzt werden soll, nur die Zahlen zu be-
irachten, die das Finanzstatistische Bureau in Washington
zusammengestellt hat: im Jahre 1925 beliefen sich die
Sparkasseneinlagen der 45 Millionen Guthabenbesitzer auf
23 Milliarden Dollars, und nicht weniger als 5 Milliarden
Dollars Aktien und Obligationen waren in diesem Jahre vom
Markte aufgenommen worden. Wenn nun doch schon seit
längerer Zeit ein starkes Gefühl der Unzufriedenheit im
Volke sehr weit ausgebreitet ist, so hat es in dem Bewußt-
seineinerhöchstungleichen Verteilung von Ein-
kommen und Vermögen seinen Grund. Nach den Unter-
suchungen von King, der besonders Massachusetts und Wis-
consin auf ihre Reichtumsverteilung geprüft hat, ergab sich
für das Jahr 1914, daß die Reichen 2% der Bevölkerung aus-
machten, aber 60% des Nationalvermögens besaßen, daß der
Mittelklasse mit 33% noch 3500 davon gehörten, und daß
die Armen, 65% der Einwohner, nur mit 50% an ihm beteiligt
waren 110, Ein gutes Bild erhält man auch aus den Berichten
der Commission on Industrial Relations, die ein ziemlich um-
Fangreiches Material verwerten konnte. Sie sollte die allgemei-
nen Arbeitsbedingungen in den Hauptindustrien, namentlich
bei den Korporationen studieren und die Gründe der Unzu-
friedenheit aufsuchen, sollte feststellen, ob die Arbeiter einen
„fair share‘ des enorm gewachsenen Volksvermögens erhalten,
der „in diesem Lande im wesentlichen das Ergebnis ihrer