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Rückenmassage, Gesundheitsturnen, Solbäder und Schwimmen kommen
als weitere vorbeugende Mittel in Betracht. Korsette und Gerade-
halter können eine Rückgratverkrümmung nicht beseitigen und höchstens
eine Verschlimmerung verhüten. Kleine Kinder sollen nicht soviel auf
dem Arm getragen, nicht auf zu weicher Unterlage gebettet werden,
häufig die Bauchlage einnehmen und nicht früher auf die Beine gestellt
werden, als sie ohne Hilfe imstande sind, sich aufzustellen. Die beste
Vorübung für das Gehen ist das Kriechen auf r ein e m Fußboden.
Art und Zeitpunkt der Behandlung rachitischer Knochenverkrüm-
mungen wird bedingt durch den Grad der Verbiegung und der
Knochenweichheit bzw. durch den Grad des Widerstandes, den der ver-
krümmte Knochen der Geradrichtung entgegensetzt. Gewiß können
mäßige Verbiegungen der Beine auch von selbst allmählich auswachssen,
es ist aber in jedem Fall ärztliche überwachung notwendig, damit der
rechte Zeitpunkt nicht versäumt wird.
Die Knochen- und Gel enktub erk ulose hat nach dem ein-
stimmigen Bericht der Urzte in den letten Jahren stark zugenommen,
offenbar in Nachwirkung der Unterernährung, welche sich ja auch sonst
bei anderen Knochenerkrankungen gezeigt hat. Bei rechtzeitiger Er-
kennung und Behandlung kann gewöhnlich eine Ausheilung ohne
Operation erzielt werden. Darum ist bei jedem Verdacht auf tuber-
kulösse Gelenkerkrankung baldigst eine Röntgenaufnahme durch den
Facharzt am Platze. Fast die Hälfte aller tuberkulösen Knochen-
erkrankungen treten vor dem 10. Lebensjahre auf.
Es entfallen hierbei nach einer neueren Statistik auf:
die Wirbelsäule 43 Prozent,
das Hüftgelenk 23 Prozent,
das Kniegelenk 17 Prozent,
den Fuß 8 Prozent,
andere Knochen 9 Prozent.
. An Versuchen, den Körper durch spezifische Mittel d. h. durch
Schutzimpfungen gegen die tuberkulöse Infektion zu immunisieren, hat
es in den letzten Jahrzehnten nicht gefehlt, ohne daß wir hierin weiter
gekommen sind. Solange wir keine künstliche Immunität schaffen
können, müssen wir die natürliche Immunität d. h. die Widerstands-
fähigkeit des Körpers gegen Infektion zu heben suchen. Der hohe Grad
der Immurnität ist z. B. ein Hauptmerkmal des gesunden Brustkindes,
im Gegensatz zum künstlich ernährten Kinde. Die dem jungen Kinde
angeborene natürliche Immunität zu schützen und zu erhalten, ist die
wichtigste Aufgabe der Kinderpflege, die beste Verhütung von In-
fektionskrankheiten aller Art. In der frühzeitigen Erkennung der
Tuberkulose liegt das stärkste Vorbeugungs- und Heilmittel. Aus um-
fangreicher gutachtlicher Tätigkeit habe ich die Erfahrung gewonnen,